S-Bahn Fahrgäste in München und Umgebung, © Foto: Polizei

Erding: Halbnackter bedroht 15-Jährige mit Messer

Ein 20-jähriger Italiener entkleidete sich am Donnerstagnachmittag vor einer 15-Jährigen in einer Münchner S-Bahn. Mit einem Messer bewaffnet fuchtelte er in Unterhose vor der Zugtüre herum. Die Polizei konnte den Täter festnehmen.

 

Eine 15-jährige aus Erding befand sich gegen 14:30 Uhr in einer Richtung Erding verkehrenden S2. Kurz vor dem Endhaltepunkt beobachtete sie, wie sich ein junger Mann südländischen Typs in der S-Bahn bis auf die Unterhose entkleidete und anschließend ein Messer in der Hand hielt.

 

Mit stochernden Bewegungen deutete er immer wieder in Richtung Zugtüre ohne diese zu berühren oder zu beschädigen.
Das seltsame Verhalten schilderte die Erdingerin einem Zugbegleiter, der seinerseits die Polizei informierte. Als eine Streife der Bundespolizei sich des 20-jährigen Italieners am S-Bahnhaltepunkt Erding annahm, waren bereits die Kollegen der Bayerischen Landespolizei vor Ort und der Mann am Bahnhofsvorplatz wieder bekleidet.

 

Da der Mann in Bayern nicht gemeldet war, unterzogen ihn die Bundespolizisten einer genaueren Kontrolle. Er gab an, in München in Bahnhofsnähe in einer Obdachloseneinrichtung zu nächtigen, wo er auch wieder hinwollte.
Da der Mann zunächst einen verwirrten und desorientierten Eindruck machte, jedoch nicht alkoholisiert wirkte, sich zudem nur schwer verständlich machen konnte, wurde er in Schutzgewahrsam und nach München mitgenommen.

 

Nachdem er einige Stunden später auf der Dienststelle am Ostbahnhof wieder einen zeitlich und örtlich orientierten Eindruck hinterließ, konnte er die Wache freien Fußes verlassen. Bei dem mitgeführten Messer handelte es sich um ein handelsübliches Taschenmesser, dass auf der Wache verblieb.

 

Weitere Ermittlungen ergaben, dass die Polizei in München mit dem Italiener am Vormittag bereits wegen des Verdachts eines Autodiebstahls zu tun hatte. Über die Gründe des seltsamen Verhaltens in der S-Bahn wollte sich der Betroffene gegenüber der Polizei nicht äußern.

 

rg / polizei