Polizeiabsperrung nach einem Unfall, © Symbolfoto

Ermittlungen nach tödlichem Unfall an Bahnübergang in Seeshaupt

Es passiert immer wieder: An Bahnübergängen ohne Schranken werden Autos von Zügen erfasst. Am Montag hatte ein solcher Unfall am Starnberger See schreckliche Folgen.

 

Seeshaupt – Zwei Menschen sind in Oberbayern gestorben, nachdem ein Regionalzug an einem unbeschrankten Bahnübergang ein Auto erfasst hat. Bei dem Unfall am Montag in Seeshaupt am Starnberger See (Landkreis Weilheim-Schongau) kamen Fahrerin und Beifahrerin des Wagens ums Leben. Das Auto war nach der Kollision mehrere Hundert Meter vom Zug mitgeschleift worden, wie ein Sprecher der Polizei sagte. Einer der etwa 60 Fahrgäste der Regionalbahn wurde verletzt. Der Lokführer wurde äußerlich nicht verletzt.

 

Der Bahnübergang hatte keine Schranken, sondern war mit Rotlichtern und Andreaskreuzen gesichert, wie der Sprecher weiter sagte.  Mittlerweile gibt es erste Erkenntnisse zum Unfallhergang: Demnach war das rote Blinklicht am Andreaskreuz intakt, wie die Polizei am Montagmorgen mitteilte. Warum die 67-jährige Autofahrerin aus Gräfelfing dennoch über den Bahnübergang fuhr, war noch nicht bekannt.

 

Den Polizeiangaben zufolge leitete der Zugführer der nach Tutzing fahrenden Regionalbahn sofort eine Notbremsung ein. Dennoch kollidierte der Zug mit der rechten Seite des Wagens, der sich mittig auf dem Bahnübergang befand. Sowohl die Fahrerin als auch ihre 83 Jahre alte Beifahrerin starben sofort an der Unfallstelle. Eine Zuginsassin wurde bei der Notbremsung leicht verletzt, sie und 57 weitere Fahrgäste wurden von der Feuerwehr aus dem Zug geborgen. Der Sachschaden am Zug beträgt rund 100 000 Euro.

 

Der Zug war unterwegs von Kochel am See in Richtung München. Nach dem Unfall richtete die Deutsche Bahn einen Schienenersatzverkehr mit Bussen zwischen den Gemeinden Bichl und Seeshaupt ein. Bis in die Abendstunden blieb die Strecke gesperrt. Wann die Sperrung aufgehoben sollte, war zunächst unklar.

 

Immer wieder kommt es in Bayern zu Unfällen an Bahnübergängen, die nicht mit Schranken gesichert sind. Vergangene Woche war ein Mann mit seinem Traktor an einem unbeschrankten Bahnübergang in Schwaben seitlich in einen vorbeifahrenden Zug gefahren. Der Traktorfahrer und ein Fahrgast des Zuges wurden verletzt. Ende März wurde das Auto eines Mannes in Oberstdorf an einem Übergang ohne Schranken von einem Zug erfasst und mitgeschleift, der Mann wurde schwer verletzt.

 

Auch bei Aichach hat sich am Montagabend ein tödliches Bahnunglück ereignet. Mehr dazu hier.

 

dpa