Erpressung nach Cam-Sex im Internet

Böse Überraschung nach dem Cybersex: Immer wieder werden Männer Opfer von Erpressung mit selbstpornografischem Videomaterial. Zuletzt traf die Masche einen 24-Jährigen aus dem Raum Bad Aibling.

Das Web 2.0 hat mit seinen zahlreichen Möglichkeiten zur einfachen Kommunikation auch ebenso zahlreiche Möglichkeiten zum einfachen virtuellen Austausch sexueller Handlungen, Videos oder Bilder hervorgebracht. Stichwörter sind hier Sexting und Cyber-Sex.

 

Doch mittlerweile hat sich die sexuelle Freizügigkeit im Internet zu einer beliebten Erpressungsmasche entwickelt. So werden immer wieder Männer nach dem Zufallsprinzip ausgewählt und auf sozialen Netzwerken wie Facebook kontaktiert. Dort wird versucht, ihr Vertrauen zu gewinnen um dann schließlich Nacktfotos und Videos auszutauschen. In manchen Fällen kommt es auch zu Cyber-Sex über Videochat-Kanäle wie Skype.

 

Anschließend werden die Opfer von ihrem virtuellen Sexpartner mit den Aufnahmen erpresst. Entweder man zahle Summen zwischen mehreren Hundert oder auch Tausend Euro oder man finde das Videomaterial im Internet wieder.

 

So erging es auch dem jungen Mann aus Bad Aibling. Der 24-Jährige hatte auf dem Videochatdienst Skype sexuelle Handlungen ausgetauscht und war später mit der Veröffentlichung des Videomaterials erpresst worden.

 

 

Derartige Erpressungen sind keine Seltenheit. Alleine im Dienstbereich der Kriminalpolizei Traunstein wurden 2015 neun Fälle zur Anzeige gebracht, im Landkreis Rosenheim waren es dieses Jahr schon drei. Dabei dürfte die Dunkelziffer weitaus höher liegen: Aus Scham oder Furcht vor Konsequenzen im persönlichen Umfeld zahlen wohl viele Betroffene das geforderte Geld und bewahren Stillschweigen.

 

Falls man selbst Opfer einer derartigen Erpressung werden sollte, sollte nicht nur die Polizei informiert werden. Auch Chatverläufe und anderes Beweismaterial sollten vom Nutzer sichergestellt werden. Darüber hinaus sollte auf jeden Fall der Kontakt zum Täter abgebrochen werden.