demo g7 stachus muenchen, © 35.000 Menschen haben in München gegen den G7-Gipfel demonstriert.

Erste G7-Demos vollkommen friedlich – 35.000 Teilnehmer in München

Rund 35.000 Menschen haben in München an der gegen den G7-Gipfel teilgenommen. Insgesamt verlief alles friedlich. Lediglich am Hauptbahnhof gab es Festnahmen, weil ein Plakat in luftiger Höhe angebracht wurde. 

 

 

München – Als „gutes Zeichen für die kommenden Tage“ hat die Polizei in München den friedlichen Protest von fast 35 000 Menschen gegen den anstehenden G7-Gipfel gewertet. Die Demonstranten hätten am Donnerstag ein „vorbildliches Verhalten“ an den Tag gelegt, lobte das Polizeipräsidium München via Twitter. Es sei „zu keinerlei polizeilich relevanten Vorfällen“ gekommen. Das Fazit der Polizei: „Das ist gelebte Demokratie!“

 

 

Am Freitag haben zahlreiche Jugendliche in München Luftballons mit den Gesichtern der G7-Staatschefs steigen lassen. Sie fordern damit  „mehr als heiße Luft“ bei Armutsbekämpfung. Einen ausführlichen Bericht dazu sehen Sie heute Abend bei münchen heute mit Timo Miechielsen.

 

 

 

Wegen Plakat: „Kletteraktion am Hauptbahnhof“

 

Am Hauptbahnhof musste die Bundespolizei gestern ihre „Kletterspezialisten“ einsetzen. Zwei schwarz gekleidete Personen hatten in der Haupthalle in knapp 20 Meter Höhe ein Transparent entrollt. Sie wurden mehrfach dazu aufgefordert, sich aus dem Hauptbahnhof zu entfernen. Die Versuche der Polizei, die Männer zu einem freiwilligen Abstieg zu bewegen, verliefen erfolglos.

 

Bundespolizei entfernt Plakat am Münchner Haupbahnhof, © Foto: Bundespolizei

 

Mit einer Hebebühne und etwas „Nachhilfe der Beamten“ gelangten die beiden wieder sicher zurück auf den Boden des Hauptbahnhofes. Das Transparent wurde entfernt. Nach etwa drei Stunden war die Aktion beendet. Größere Beeinträchtigungen für Bahnreisende gab es nicht.

 

 

Nach Auftakt zu G7-Protesten: Nacht verläuft ruhig

 

Nach der großen Auftakt-Demonstration gegen den G7-Gipfel in München ist die Nacht zum Freitag ruhig verlaufen. Weder in München noch rund um den Austragungsort Schloss Elmau habe es besondere Vorkommnisse im Zusammenhang mit den G7-Protestaktionen gegeben, teilte die Polizei mit.

 

Rund 500 Gipfel-Gegner haben sich nach Angaben des Bündnisses „Stop G7 Elmau“ inzwischen, zwei Tage vor dem Start des Gipfeltreffens, im Protestcamp in Garmisch-Partenkirchen versammelt. „Es war alles ganz ruhig“, sagte Bündnis-Sprecher Benjamin Ruß am Freitagmorgen. „Nichts Besonderes, keine Ausschreitungen oder Ähnliches“, sagte auch ein Polizeisprecher. Bislang habe es auch noch keine Festnahme gegeben.

 

Am Samstag ist in Garmisch-Partenkirchen eine große Demonstration geplant, am Sonntag dann ein Sternmarsch in Richtung des Tagungshotels in Elmau, den die Behörden aber mit Auflagen stark eingeschränkt haben.

 

Der zweitägige G7-Gipfel beginnt an diesem Sonntag. Auf Schloss Elmau treffen sich die Staats- und Regierungschefs von sieben wichtigen Industrienationen (G7).

 

Tierretter und G7-Gegner blockieren gemeinsam Münchner Schlachthof

 

Am Mittwochmorgen haben “Tierretter” gemeinsam mit G7-Gegnern den Münchner Schlachthof blockiert. Sie wollten die Zufahrt für Tiertransporte verhindern und haben sich teilweise an Fässern festgekettet. Nach dreieinhalb Stunden löste die Polizei die Aktion auf.

 

 

Was weiterhin geplant ist:

 

Am Samstag, den 6. Juni kommt es ab 13.00 Uhr zudem zu einer Veranstaltung auf dem Königsplatz. Das Thema dabei ist: „G7, das Ende extremer Armut liegt in eurer Hand.“ Tausende Besucher werden hier erwartet. Unter dem Motto Zusammen gegen Armut findet hier auch ein Konzert statt, auf dem unter anderem Usher auftritt.

 

 

Folgende Aktionen plant das Aktionsbündnis „Stop G7 Elmau“:

  • 4.6. bis 8.6.: Camps und Aktionen vor Ort
  • 6.6.: Demonstration in Garmisch-Partenkirchen
  • 6.6./7.6.: Blockaden des Gipfels
  • 7.6.: Sternmarsch nach Elmau
  • 8.6.: Lesung „Gegenstimmen“ in München
  • Dauerkundgebungen in Mittenwald und Garmisch-Partenkirchen

 

pm / dpa