U-Bahn in München

Fahrpreise nach Kilometern – Der MVV plant für die Zukunft

Ein neues Tarifsystem für den Münchner ÖPNV und der Fahrplanwechsel 2018 – der MVV steht in der Zukunft vor großen Herausforderungen.

 

Wie MVV-Chef Alexander Freitag in einem Interview mit der tz berichtet, soll ab dem Fahrplanwechsel 2018 die Testphase für ein neues Ticketsystem anlaufen.

 

Die Errechnung des Fahrpreises basiert dabei auf den gefahrenen Kilometern im ÖPNV – das Handy misst die gefahrene Strecke und rechnet anschließend den individuell zu zahlenden Betrag ab. Der MVV verspricht sich davon mehr Fairness, da jeder für die Strecke zahlt, die er auch wirklich fährt.

 

Allerdings kennt auch Freitag die Fragen, die im Laufe der nächsten Zeit, auch im Rahmen der Testphase, noch zu klären sind: der Kilometer-Preis, Messverfahren der Entfernung, Luftlinie oder Fahrweg, Datenschutz…

 

Grundsätzlich beschlossen sei die ab frühestens 2018 startende Testphase jedoch schon. Freiwillige könnten sich dann künftig als Versuchsperson bewerben. Größenordnungen von 5.000 bis 30.000 Testern seien vorstellbar.

 

Im Interview spricht Freitag auch über die Preiserhöhungen. Er wisse um die Sensibilität der Thematik in der Bevölkerung. Nach seiner Erläuterung seien die steigenden Preise jedoch aufgrund der zu finanzierenden Teuerungsrate und zur Schaffung eines verbesserten Angebotes jährlich notwendig.

 

Bei der Zukunft des Münchner Tarifsystems wird bisweilen schon in großen Dimensionen gedacht: München als europäischer Vorreiter des modernen Tarifsystems – das ist das auserkorene Ziel.

 

Ein System nach dem Beispiel Paris, welches nach Aussagen des MVV-Chefs weder ergiebig, noch sonderlich gerecht sei, soll es in München auch in Zukunft weiter nicht geben. Der ÖPNV in der französischen Hauptstadt wird in großem Umfang von Steuergeldern gestützt. Freitag hingegen ist erfreut, dass die MVG die gesamten Kosten ihres laufenden Betriebs durch die Fahrpreise finanziert.

 

Im Rahmen des Fahrplanwechsels 2018 soll auch das bisherige Modell nicht komplett abgeschafft werden. Die Ring- und Zonen-Unterteilung soll zwar einheitlicher und leichter gestaltet werden, grundsätzlich sei sie aber weiter sinnvoll. Das hochgesteckte Ziel des „modernsten Tarifsystems Europas“ wird man 2018 jedoch noch nicht erreichen können.

 

Kritik an der zu hohen Komplexität des Tarifsystems weist der MVV-Chef mit seiner Argumentation ab. Demnach unterstreichen die Einnahmen von 860 Millionen Euro und der Fakt, dass täglich 1,9 bis 2 Millionen Fahrgäste den MVV nutzen, die Verständlichkeit des Tarifsystems. Auch in Zukunft würden Rekorde erwartet werden.

 

Mankos im System, wie Zonensprünge innerhalb von Gemeinden, würden vom MVV bedacht werden. Auch spezielle Angebote für die jüngere Bevölkerung, für Senioren oder sozial Schwache seien ein Thema.

 

Das geplante Tarifsystem mit Handy-Messung soll die klassischen Fahrkarten jedoch auch nicht vom einen auf den nächsten Tag verdrängen. Das Papier-Ticket wird vorerst keinem genommen, lange Übergangszeiten seien angedacht, so Freitag.

 

 

Zuletzt stiegen die Preise des MVV im Dezember. Was sich im Vergleich geändert hat, finden Sie hier.

 

kw