Fall Gurlitt: Bayerns Justizminister Wilfried Bausback erleichtert

Bayerns Justizminister Wilfried Bausback (CSU) hat im „Münchner Merkur“ die Vereinbarung mit dem Kunstmuseum Bern zum Umgang mit dem Erbe von Cornelius Gurlitt als einen „Erfolg“ bezeichnet.

 

Vertreter von Bund, Land und Bern werden die Bedingungen am Montag zusammen in Berlin präsentieren. Dem Vernehmen nach will das Museum die Erbschaft antreten. Hunderte Bilder, die unter NS-Raubkunstverdacht stehen, sollen aber in Deutschland blieben und von der Taskforce weiter untersucht werden.

 

Dem „Münchner Merkur“ (Montag) sagte Bausback: „Ich bin sehr erleichtert, dass dieser Fall jetzt endgültig auf einem guten Weg ist, das internationale Interesse war unglaublich.“ Eine so konstruktive Lösung sei lang nicht abzusehen gewesen. „Mit der Vereinbarung wird auch eine gute Grundlage geschaffen, dass es irgendwann eine Ausstellung in Bayern gibt.“

 

Bausback kritisierte, dass der Gesetzentwurf zum Umgang mit Raubkunst zur Änderung der Verjährungskriterien im Bundesrat feststecke. „Die Bundesrats-Mehrheit hat weder entschieden noch abgelehnt, die Bundesregierung prüft noch. Ich bin sehr enttäuscht, dass seit bald einem Jahr nichts vorangeht.“ Dass Besitzer von NS-Raubkunst rechtmäßigen Eigentümern die Herausgabe von Bildern mit Verweis auf Verjährung verweigern können, sei „unerträglich“.

 

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rg / dpa