München bei Nacht ist einfach wunderschön. — © Foto: Jo Chambers/Fotolia.com
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Fastenzeit in Bayern: 40 Tage ohne Laster

40 Tage Fastenzeit oder auch „Passionszeit“ genannt – Für die Christen gilt die Fastenzeit als Vorbereitung auf das Hochfest Ostern. Heutzutage verzichten viele auf die alltäglichen Laster wie Alkohol, Schokolade oder Zigaretten.

 

Nach den närrischen Tagen hat am Aschermittwoch um 0.00 Uhr die vorösterliche Fastenzeit der Christen begonnen. Bei den Katholiken gehören die einst strengen Fastenregeln zwar längst der Vergangenheit an, bei vielen Gläubigen bleiben Fleischspeisen aber wenigstens an Aschermittwoch und Karfreitag tabu. So entstanden die traditionellen Fischessen am Aschermittwoch. Und die Fastenzeit soll für die Gläubigen auch weiterhin eine Zeit der Besinnung, der inneren Einkehr und sozusagen des inneren Hausputzes bleiben.

 

Auch die evangelische Kirche ruft seit 1983 zu „Sieben Wochen ohne“ auf, in denen man bewusst auf etwas verzichten soll. Dieses Jahr lautet das Motto „Sieben Wochen ohne Sofort“. Das soll zu Entschleunigung und Pausen anregen. Man müsse ja auch nicht gleich jede E-Mail an der nächsten roten Ampel beantworten, lautet etwa ein Ratschlag der Initiatoren.

 

Heutzutage verzichten auch viele kirchenferne Bürger bis Ostern auf ein „Laster“ wie Alkoholgenuss, Rauchen oder Süßigkeiten – oder nehmen sich das zumindest ganz fest vor. Für heftige Diskussionen haben das Umweltbundesamt und Klimaschützer heuer mit dem Aufruf zum „Autofasten“ gesorgt – also während der Fastenzeit der Umwelt zuliebe aufs Autofahren zu verzichten. Vor allem kurze Strecken ließen sich auch gut zu Fuß oder mit dem Rad zurücklegen, hatte sogar der ADAC erklärt.

 

Mit einer gewissen Schlitzohrigkeit verstanden die Gläubigen es in früheren Jahrhunderten, die damals noch lange Fastenzeit abzumildern. Auf diese Weise soll etwa das Gericht Fleisch im Brotteig entstanden sein, mit dem man den Schein der Enthaltsamkeit wahren konnte. Und die mit Brät gefüllten schwäbischen Maultauschen, denen man von außen durch den Teig die Füllung nicht ansieht, heißen deshalb auch Herrgottsbescheißerle. Auch die Mönche in bayerischen Klöstern waren erfinderisch: Sie brauten im 17. Jahrhundert erstmals, quasi als «flüssiges Brot», das süffige Starkbier als Fastentrunk – davon angesäuselt konnte man leicht auf Fleisch verzichten.

 

dpa

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