EU Grenzkontrolle Polizei , © Symbolbild.

Festnahme am Hauptbahnhof: Ein kurzer Moment der Freiheit

Das ging schnell: Nur wenige Minuten nach seiner Entlassung wurde ein am Hauptbahnhof München festgenommener Somalier wieder von der Bundespolizei festgenommen.

Gegen 03:30 Uhr am Dienstag, 22.04. hatte ein 33-jähriger Somalier lautstark auf der Empore des Münchner Hauptbahnhofes wirr umhergeschrien. Der Mann wies starken Alkoholgeruch auf,  konnte sich gegenüber einer Streife nicht mehr klar artikulieren und offenbarte Ausfallerscheinungen. Er wurde in Schutzgewahrsam genommen. Nachdem sich der Zustand des Mannes zum Morgen gebessert hatte, wurde er gegen 08:25 Uhr aus dem Gewahrsam der Bundespolizei entlassen.

 

Keine zehn Minuten später meldeten Reisende einen Mann am Ausgang Arnulfstraße, der Passanten offensichtlich grundlos belästigte und teilweise auch bespuckte. Die Beamten staunten zunächst nicht schlecht, dass es sich bei dem gemeldeten Mann um den erst kurz zuvor entlassenen „Gast“ handelte. Auf die Ansprache einer Beamtin reagierte der Somalier nicht, stattdessen ging er weiter. Als er daran gehindert wurde, schlug er gegen die Beamtin und widersetzte sich der Mitnahme. Erst in der Gewahrsamszelle beruhigte er sich und war wieder ansprechbar. Gegen den 33-Jährigen hatte die Bundespolizei seit dem 1. März neun mal, u.a. wegen Erschleichen von Leistungen, Widerstand, Bedrohung sowie Hausfriedensbruch, Strafanzeige gestellt.

 

In Folge der Mitnahme zur Dienststelle kam es zwischen einem 54-jährigen Starnberger, der die Polizeimaßnahme -ohne Kenntnis des Gesamtzusammenhanges- kritisierte und einem 68-jährigen Passanten zu einem Wortwechsel. Der 68-Jährige aus Laim, der das Verhalten des Somaliers zuvor gemeldet hatte, lies sich unglücklicherweise zu einer Beleidigung gegenüber den Starnberger provozieren.
Dieser hatte sich den Beamten gegenüber als Pressevertreter ausgegeben, was sich jedoch nicht bestätigt hatte.

 

Der Somalier konnte am Nachmittag nach Abschluss aller polizeilichen Maßnahmen die Wache verlassen und wies dabei immer noch einen Atemalkoholwert von 1,8 Promille auf. Gegen ihn wird nun wegen des Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte sowie Bedrohung ermittelt.

 

 

jn / Bundespolizei