Filmfest eröffnet mit Brecht – und Söder träumt von andere Welten

München ist im Filmfieber. Am Donnerstagabend wurde das Filmfest München eröffnet – mit einem Streifen, der einen kritischen Blick auf die Branche wirft.

 

In Joachim A. Langs Kinodebüt „Mackie Messer – Brechts Dreigroschenfilm“ soll die Dreigroschenoper ins Kino gebracht werden. Bertolt Brecht schwebt ein radikales, politisches Werk vor, während die Produzenten vor allem Geld verdienen wollen. So kommt es zum Eklat. Bei der Uraufführung des mit Brecht-Liedern gespickten Films gab es viel Beifall, allen voran für Lars Eidinger als Brecht, aber auch für Darsteller wie Robert Stadlober, Tobias Moretti, Hannah Herzsprung und Claudia Michelsen.

 

Er habe mit seinem Film ein Stück Weltliteratur in die Gegenwart bringen und vom Staub befreien wollen, sagte Lang, der sich intensiv mit Brecht beschäftigt hat. Dieser neue Blick auf dessen Werk sei in dieser Zeit wichtig, in der die Welt durch soziale Ungleichheit und aufkeimenden Faschismus zunehmend aus den Fugen gerate.

 

Unter den Ehrengästen war Ministerpräsident Markus Söder (CSU), der bekannte, ein Filmfan zu sein. Gute Filme entführten einen in ganz andere Welten, erklärte er. In den kommenden Tagen hätte Söder dazu viel Gelegenheit. Bis zum 7. Juli zeigt das Festival 185 Filme aus 43 Ländern. Als besondere Gäste werden die britische Schauspielerin Emma Thompson („Harry Potter“) und der Monty-Python-Mitbegründer Terry Gilliam („Das Kabinett des Doktor Parnassus“) erwartet. Sie erhalten den Filmfest-Ehrenpreis, den CineMerit-Award.

 

dpa