Flüchtlinge sitzen in einer Reihe auf einer Bank, © Arbeitsministerin Emilia Müller setzt sich für ein Job-Programm für Flüchtlinge ein

Flüchtlingsrat in München fordert leichtere Unterbringung

Der Flüchtlingsrat fordert einfachere Möglichkeiten zur Unterbringung der Flüchtlinge in München und ganz Bayern.

Dass die Bayernkaserne in München in den vergangenen Monaten mit Überfüllung und Masernausbrüchen zu kämpfen hatte, führt unter anderem für das Gremium dazu, dass eine Lockerung der Regelungen unumgänglich wird.

 

Schluss mit Lagerleben

Angesichts andauernder Rekord-Flüchtlingszahlen hat der Bayerische Flüchtlingsrat die Staatsregierung noch einmal eindringlich aufgefordert, die Unterbringungsregelungen endlich zu lockern. „Nur Bayern beharrt auf der rigiden Lagerunterbringung“, sagte Flüchtlingsrats-Sprecher Alexander Thal am Montag in München. Es sei dringend an der Zeit, das Gesetz zu ändern und die Menschen unbürokratisch und schnell aus Gemeinschaftsunterkünften ausziehen zu lassen – um dort genug Platz für neu ankommende Flüchtlinge zu haben.

Derzeit dürfen fast ausschließlich anerkannte Asylbewerber aus den Gemeinschaftsunterkünften ausziehen. Sozialministerium Emilia Müller (CSU) und der Integrationsbeauftragte der Staatsregierung, Martin Neumeyer, hatten sich zwar zuletzt dafür ausgesprochen, das Gesetz gründlich zu überprüfen. Sie waren aber umgehend von Innenminister Joachim Herrmann (CSU) eingebremst worden, der eine Reform ablehnt.

Thal wies die Argumentation der Staatsregierung zurück, dass in den Gemeinschaftsunterkünften viele Menschen lebten, obwohl sie dort eigentlich inzwischen ausziehen dürften. „Die Menschen bleiben nicht dort, weil es ihnen so gut gefällt“, betonte Thal. Der Auszug scheitere vielmehr oftmals an unzähligen bürokratische Hürden.

Vertreter des Flüchtlingsrats reisen in den kommenden Tagen quer durch Bayern, um sich verschiedene Notunterkünfte anzuschauen.

adc / dpa