Freie Wähler: Hunderte Arbeitsplätze bei regionalen Fernsehsendern in Gefahr

Im Kampf um regionale Werbekunden sehen die Freien Wähler hunderte Arbeitsplätze bei den regionalen Fernsehsendern, darunter auch münchen.tv, in Gefahr. Mit einem neuen Gesetz wollen sie die „Big Player“ – wie ProSiebenSat.1 und RTL – daran hindern, ihnen die Existenzgrundlage zu rauben.

 

 

Mit einem neuen Gesetz will die Freie-Wähler-Fraktion im Landtag den regionalen Fernsehsendern in Bayern helfen und verhindern, dass große Medienunternehmen, wie die ProSiebenSat.1 Media AG oder die RTL Group, ihnen die Werbekunden streitig machen und damit die Existenzgrundlage rauben. Bereits jetzt würden die beiden Konzerne nach Einschätzung des Bundeskartellamts auf dem bundesweiten Markt für Fernsehwerbung über ein „Duopol“ mit achtzig bis neunzig Prozent Marktanteil verfügen. Laut jüngsten Berichten plant ProSiebenSat.1 nun auch auf dem regionalen Werbemarkt Fuß zu fassen, der bisher hauptsächlich den Regionalsendern überlassen blieb. Partnerschaften mit Kabelanbietern, die es ermöglichen, je nach Bundesland verschiedene Werbespots auszustrahlen, unterstreichen das Vorhaben.

 

 

Die Freie-Wähler-Landtagsfraktion warnt deshalb vor einer weiteren Verschlechterung der Einnahmebasis lokaler Fernsehsender im Freistaat. Ihr medienpolitischer Fraktionssprecher Prof. Dr. Michael Piazolo erklärte, dass die Pläne das Geschäftsmodell der 16 regionalen TV-Stationen in Bayern, darunter auch münchen.tv, bedrohen würden. Die Freien Wähler wollen deshalb im bayerischen Mediengesetz verankern, dass Werbespots im gesamten Verbreitungsgebiet eines Rundfunkprogrammes verbreitet werden müssen.

 

 

 „Wir wollen, dass an der jetzigen, bewährten Regelung festgehalten wird und es den Lokalfunksendern überlassen bleibt, regionale Fernsehwerbung auszustrahlen. Andernfalls ist die bedeutendste Einnahmequelle der regionalen Fernsehsender in Bayern ernsthaft in Gefahr – und damit Medienvielfalt sowie hunderte Arbeitsplätze engagierter Journalistinnen und Journalisten“, betonte Piazolo.

 

 

Wodurch genau sind die die Regionalsender bedroht?

 

Wenn Sender, wie ProSieben, ihre Werbung regional auseinanderschalten, könnten die „Big Player“ den Regionalsendern die Werbekunden und damit deren Existenzgrundlage entziehen. Technisch ist es möglich, dass die deutschlandweiten Sender nach geografischen Merkmalen wie dem Bundesland, verschiedene Spots ausstrahlen können. Während bisher nur die Regionalsender Spots für den Metzger um die Ecke oder die bayerische Brauerei gesendet haben, könnten das künftig auch ProSieben, Sat.1 und RTL, da sie zeitgleich in Berlin für dortige Unternehmen werben könnten.

 

Auch münchen.tv ist gegen eine regionale Auseinanderschaltung von Werbung in bundesweiten Fernsehprogrammen und unterstützt deshalb das Vorhaben der Freien Wähler.

 

 

pm