Wirtschaftsministerin Ilse Aigner spricht im bayerischen Landtag, © Wirtschaftsministerin Ilse Aigner im Landtag.

Freistaat pumpt zusätzliche 200 Millionen in Digitalisierung

 

Die Staatsregierung will die Digitalisierung der Wirtschaft mit 200 Millionen Euro zusätzlich fördern, verteilt auf insgesamt vier Jahre. Das kündigte Wirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) am Donnerstag in einer Regierungserklärung im Landtag an.

Das Geld soll unter anderem in digitale Gründerzentren in allen bayerischen Regierungsbezirken investiert werden – ergänzend zu dem bereits seit langem geplanten «Zentrum Digitalisierung Bayern», das in Garching bei München angesiedelt wird.

 

Zudem soll es einen sogenannten «Digitalbonus» geben. «Damit unterstützen wir die Unternehmen, Produktionsprozesse und Geschäftsmodelle zu untersuchen und neu aufzusetzen», erklärte Aigner. «Es geht um Wirtschaft 4.0», betonte sie. «Ich will einen kraftvollen Impuls geben für den Einstieg des bayerischen Mittelstandes in das digitale Zeitalter.»

 

SPD: Aigner ohne Konzept, ohne Zeitplan

 

Aigner bezeichnete die Digitalisierung als die nächste Stufe der industriellen Revolution. «Wir befinden uns in einem historischen Umbruch.» Sie mahnte: «Um nicht von der technischen Entwicklung abgehängt zu werden, braucht jeder Betrieb eine digitale Strategie.»

 

Zudem sprach sich Aigner für einen neuen «Masterplan digitale Bildung» aus. «Jedes Kind sollte in der Schule eine digitale Lernumgebung vorfinden», sagte sie. «Es muss in den Schulen heißen: raus aus der Kreidezeit – ran an Whiteboards und Tablets.»

 

Die SPD hielt Aigner daraufhin umgehend vor, klare Konzepte und einen konkreten Zeitplan schuldig zu bleiben – etwa bis wann jede Schulklasse in Bayern mit Tablet-Computern ausgestattet werden solle. Aigner habe in ihrer Rede nur eine «dünne Digitalisierungssuppe» präsentiert, kritisierte die SPD-Landtagsabgeordnete Annette Karl. Sie findet: „Aigners Plan ist nichts als heiße Luft.“

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