Fürstenfeldbruck: Kind schreit - Vater muss Bus verlassen

Weil sein Sohn ununterbrochen schrie, musste ein Mann in Fürstenfeldbruck einen Bus verlassen. Der Vater wollte seinen kranken Sohn zum Arzt bringen. 

 

Rausschmiss statt Kinderarzt

 

Young G. aus Fürstenfeldbruck wollte seinen Sohn zum Kinderarzt bringen, weil der sich eine schlimme Erkältung eingefangen hatte.

 

 

In der Buchenauer Straße steigt er in einen Bus des MVV, Linie 840. Der Sohn von Young weinte lautstark – nicht unüblich für kranke Kinder. Der Papa setzt sich mit seinem kranken Kind in die letzte Reihe des Busses.

 

Der Fahrer aber hört das Weinen des Kindes, und nach vier Haltestellen fordert er Vater und Sohn auf, den Bus zu verlassen. Young G. denkt aber gar nicht daran. Er ist im Besitz eines gültigen Fahrscheins und will seinen Sohn zum Arzt bringen.

 

Der Busfahrer gab an, unter dem Geschrei den Bus nicht fahren zu können und rief die Polizei.

 

Die Polizisten kommen an der Haltestelle, die das Ende der Fahrt markieren sollte, an. Die Beamten hören sich die Versionen von Fahrer und Fahrgast an… und schmeißen den Vater mit seinem Sohn aus dem Bus.

 

Später erklärt die Polizei Fürstenfeldbruck, dass es nicht ihre Sache sei, zu entscheiden, wer mitfahren darf und wer nicht. Wenn der Busfahrer von einem Fahrgast – oder dessen dreijährigem Sohn – denkt, dass er die Sicherheit gefährde, dann kann er von seinem Hausrecht Gebrauch machen. „Die Polizei muss das dann durchsetzen“, so heißt es von der Wache. Kein Wort des Bedauerns.

 

Zusammenhalt im MVV

 

Im Interview mit der tz äußert sich die Sprecherin des MVV zu dem Vorfall:

 

„Das Kind hat über vier Haltestellen nur gebrüllt. Die anderen Fahrgäste haben sich beschwert und den Fahrer aufgefordert, dafür zu sorgen, dass der Vater den Buben beruhigt. Der Fahrer ist im Bus der Hausherr. Wenn ihn oder die Fahrgäste etwas stört, kann er das Hausrecht ausüben. Wir glauben dem Fahrer. Wenn sich das alles so ereignet hat, hat er sich korrekt verhalten.“

 

Über „korrekt“ oder einfach nur „vorschriftsmäßig“ und über alle Grauzonen dazwischen darf sich jeder Leser selbst Gedanken machen.

 

In jedem Fall ist das nicht der erste merkwürdige Vorfall in öffentlichen Verkehrsmitteln in Fürstenfeldbruck:

Erst vor einiger Zeit sollen zwei Fahrkartenkontrolleure eine Schwangere gewürgt haben.

 

 

adc / mvv / pp / tz

Das könnte Dich auch interessieren

Bild von Alexa auf PixabayAnzeige5. Okt. 2026 15:19Pferdehaltung im Münchner Umland: Worauf es bei einem wettergeschützten Platz auf der Weide ankommtEin Unterstand auf der Pferdeweide wird leicht auf seine sichtbarste Aufgabe reduziert: ein Dach gegen Regen und Sonne. Für die praktische Nutzung ist jedoch die Fläche unter und …5. Okt. 2026 15:19Bild von Vlad Aivazovsky auf PixabayAnzeige5. Okt. 2026 10:45München für Auto-Enthusiasten: Unvergessliche SportwagentripsMünchen steht wie kaum eine andere Stadt für eine gelungene Mischung aus Tradition, moderner Lebensart und internationalem Flair. Wer durch die eleganten Straßen fährt, zwischen Isar und …5. Okt. 2026 10:45Foto von Stephan Louis auf PexelsAnzeige29. Sep. 2026 13:47Cartier Santos – Preisklasse und die besten AlternativenAktuelle Angebote auf Chrono24 zeigen die Preisspanne auf einen Blick: Eine Cartier Santos ist bereits im niedrigen bis mittleren vierstelligen Bereich zu finden, während Sondermodelle mit …29. Sep. 2026 13:47Bild von Holger Detje auf PixabayAnzeige25. Sep. 2026 13:00Ab 1. Oktober: Flibco startet direkten Shuttlebus zwischen München und dem Flughafen MemmingenDie bayerische Verkehrsanbindung an regionale Fluggesellschaften erhält Zuwachs. Hintergrund ist der spürbare Trend, dass immer mehr Urlauber, Pendler und Geschäftsreisende aus dem …25. Sep. 2026 13:00
expand_less