Fußball-WM und milder Winter bescheren Bayerns Brauern Absatzplus

Mehr als 23 Millionen Hektoliter Bier haben die bayerischen Brauer 2014 abgesetzt. Das letzte Mal lag der Absatz 1997 über dieser Marke. Doch eine Trendwende will der bayerische Brauerbund bei aller Freude nicht sehen.

 

 

München – Die bayerischen Brauer haben dank Fußball-WM und einem milden Winter im vergangenen Jahr soviel Bier abgesetzt wie seit 1997 nicht mehr. Zwar legte auch der Export weiter zu, der Anteil der Ausfuhren blieb aber angesichts des dicken Plus im Inland konstant, wie der bayerische Brauerbund am Donnerstag in München mitteilte. Verbandspräsident Friedrich Düll warnte allerdings davor, in den Zahlen eine Trendwende auf dem Biermarkt zu sehen.

 

Ein Teil des Zuwachses gehe auf das Konto von Sondereinflüssen, «die sich nicht nach Belieben reproduzieren lassen», sagte Düll. Insgesamt setzten die Brauer im Freistaat 2014 gut 23 Millionen Hektoliter ab, das waren 3,6 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Wie zuletzt lagen die Werte deutlich über dem Bundesdurchschnitt. Nach dem Negativrekord 2010 steigt der Bierabsatz in Bayern seit nun vier Jahren in Folge. Allerdings: die Kurve klettert aus einem recht tiefen Keller empor.

 

2010 war im Schlepptau der Wirtschafts- und Finanzkrise der Bierabsatz in Bayern unter die Marke von 22 Millionen Hektolitern gerutscht. Zum Vergleich: 1993 waren es noch mehr als 26 Millionen. Seit vier Jahren geht es nun bergauf, allerdings vor allem getrieben vom Export, denn gerade im Ausland wächst die Beliebtheit von bayerischem Bier, vor allem Weißbier ist ein Verkaufsschlager.

 

Bundesweit war der Bierabsatz 2014 erstmals seit acht Jahren wieder im Plus, der Zuwachs lag aber mit etwa einem Prozent deutlich unter der bayerischen Entwicklung. Und es gibt nicht nur Gewinner. Nach einer Jahres-Aufstellung des Getränke-Fachmagazins «Inside» haben die drei größten deutschen Brauer Oettinger, Krombacher und Bitburger trotz des kleinen Booms Mengen verloren.

 

Für den bayerischen Brauerbund auch eine Folge des scharfen Preiskampfes beim Pils. «Man könnte denken: Wenn es billiger wird, steigt die Nachfrage. Falsch!», sagte Düll. «Der Preisverhau im Pilsmarkt hat nur zur Verschiebung von Marktanteilen geführt, während das Segment insgesamt schrumpft.» Das nutze Spezialitäten. «Und hier hat Bayern einfach die größte Kompetenz, weil das Sortenspektrum im Freistaat traditionell größer ist», sagte der Brauerpräsident.