Wiesn-Gedenkveranstaltung 37 Jahre nach dem Oktoberfest-Attentat

Gedenken zum 38. Jahrestag des Oktoberfestattentats

Das Attentat auf das Oktoberfest jährt sich am Mittwoch zum 38. Mal. Damals explodierte eine Bombe, die zwölf Menschen tötete.

 

Zum 38. Jahrestag des rechtsextremen Oktoberfestattentats haben am Mittwoch Angehörige der Opfer, Betroffene und Vertreter der Münchner Stadtgesellschaft am Haupteingang des Festgeländes an das Verbrechen erinnert. Eine Bombe aus 1,39 Kilo TNT riss am 26. September 1980 zwölf Volksfestbesucher in den Tod, mehr als 200 wurden verletzt. Zudem starb der Attentäter Gundolf Köhler, ehemals Anhänger der rechtsextremen Wehrsportgruppe Hoffmann. Bis heute sind die genauen Hintergründe unklar. Seit Dezember 2014 ermittelt die Bundesanwaltschaft neu. Vermutet wird, dass Köhler die Tat nicht allein verübte, sondern Komplizen hatte.

 

 

Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD), der bei dem Gedenken das Grußwort sprach, hatte bereits im vergangenen Jahr auf weitere Aufklärung in dem Fall gepocht.

 

Robert Höckmayr, der zwei Geschwister verlor und bis heute Splitter der Bombe im Körper hat, sagte: „Ich will auf jeden Fall wissen, warum.“ Dimitrios Lagkadinos, der damals im Alter von 17 Jahren beide Beine verlor, kam mit seinem 28 Jahre alten Sohn. Während Wiesngäste fröhlich aufs Festgelände strömten, saß er im Rollstuhl vor dem Mahnmal aus einer löchrigen halbrunden Stahlwand am Haupteingang. „Ich bin sehr aufgewühlt“, sagte er. Durch die neuen Ermittlungen sei die Tat für ihn wieder sehr präsent. Eine zu starke Beschäftigung mit Tätern und Motiven würde ihn schwächen. „Aber es geht mir gut. Ich lasse mich nicht von meinem Weg abbringen.“

 

Ein Redner erinnerte an die Taten des NSU, die ebenfalls normale Bürger trafen. In beiden Fällen gab es Ermittlungspannen, und die Möglichkeit eines rechtsextremen Hintergrundes wurde ignoriert. Auch bei dem Münchner Amoklauf 2016 hätten die Behörden die rechtsextreme Gesinnung des Täters hintangestellt. „Woher kommt die Schwerfälligkeit, das rechtsextreme Motiv einer Tat zu finden oder zu benennen?“

 

Seit Anfang September erinnert in München neben dem Mahnmal am Oktoberfesteingang auch eine Gedenktafel am Rathaus an den schwersten rechtsradikalen Terroranschlag in der Geschichte der Bundesrepublik.

 

dpa/ph