Ein Schulkind meldet sich im Unterricht

Generation Depression und ADHS: Jedes vierte Kind in Bayern mit psychischen Problemen

München – Ein Viertel aller Kinder und Jugendlichen in Bayern hat mit psychischen Schwierigkeiten und Entwicklungsstörungen zu kämpfen. Fast 470 000 unter 18-Jährige haben entsprechende Probleme, wie Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) am Mittwoch bei der Vorstellung einer Studie erläuterte.

 

Bei Klein- und Vorschulkindern wurden vor allem Entwicklungsstörungen bei der Bewegung oder beim Sprechen diagnostiziert. Bei 7- bis 14-Jährigen sind Verhaltensstörungen wie die Aufmerksamkeitsdefizitstörung (ADHS) ein Schwerpunkt. Jugendliche leiden vermehrt an Depressionen.

 

Huml erklärte die Zahlen auch mit der höheren Aufmerksamkeit, die die psychische Gesundheit inzwischen bei Eltern, aber auch Ärzten habe. Die Staatsregierung will mit einer Kampagne zusätzliches Bewusstsein schaffen. «Oft lassen sich mit einer frühzeitigen Behandlung in wenigen Monaten Probleme in den Griff bekommen», sagte Huml. An einer Informations-Tour beteiligt sich die Profi-Skisportlerin Viktoria Rebensburg. Sie wolle zeigen, wie wichtig es sei, das eigene Leben auch etwa durch Sport zu gestalten, sagte Rebensburg.

 

Huml hob hervor, dass sich die Zahl der Kinder- und Jugendpsychiater seit 2005 etwa verdoppelt habe, das Gleiche gilt für die Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten. Die Daten zeigten erneut, dass Kinder aus Familien mit niedrigem sozialen Status häufiger unter psychischen Problemen leiden wie Gleichaltrige aus wohlhabenden Familien mit hohem Bildungsniveau. Weil die soziale Lage in Bayern insgesamt besser sei als im Bundesschnitt, dürfte auch die psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen besser sein, schreiben die Autoren der Studie.

 

(dpa/lby)