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Gesunde Ernährung: Die Bayern vertrauen vor allem heimischen Produkten

Eine aktuelle Studie mit dem Thema „Wo kommt mein Essen her?“ kam zu dem Ergebnis, dass die bayerische Bevölkerung großen Wert auf Regionalität legt.

 

Demnach vertrauen 61 Prozent der Bayern in Lebensmittel aus der Region. 56 Prozent der Bayern schätzen Lebensmittel aus dem Freistaat als qualitativ hochwertig ein. Nur 35 Prozent haben hingegen Vertrauen in deutsche, ausschließlich neun Prozent in europäische und lediglich fünf Prozent in internationale Produkte.

 

Die Studie im Auftrag des Bayerischen Staatsministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (StMELF) befragte rund 1.100 erwachsene Personen im Freistaat Bayern mit Internetzugang als Abbildung der Grundgesamtheit aller 10,8 Millionen Personen im Bundesland. Die Ergebnisse sind durchaus überraschend: Die Verbraucherinnen und Verbraucher legen durchaus großen Wert auf die Herkunft ihrer Lebensmittel und wünschen sich dementsprechend transparente Informationen zur Herkunft der Produkte. Das betrifft in erster Linie frische Ware wie Obst, Fleisch, Fisch oder Brot. Bei Fertigprodukten sinkt die Bedeutung der Herkunft hingegen aus Sicht der Verbraucher. Demnach prüfen 60 Prozent der Bayern, woher die gekaufte Wurst und das Fleisch auf der Warentheke stammen. 54 Prozent prüfen die Herkunft von Backwaren, 52 Prozent jene von Gemüse sowie Obst und 51 Prozent bei Milchprodukten.

 

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Bayerische Verbraucher kaufen gerne auf dem Wochenmarkt

 

Die Präferenz heimischer Produkte spiegelt sich auch im Kaufverhalten der bayerischen Verbraucher wieder. Eigenen Angaben zufolge kaufen diese nach wie vor sehr gerne auf dem Wochenmarkt sowie im Bio- oder Hofladen. Vor allem Frischobst und Gemüse werden zu acht Prozent aus solchen Einkaufsstätten generiert. Dennoch sind auch in Bayern Supermärkte (55 Prozent) sowie Discounter (42 Prozent) die wichtigsten Lebensmittelquellen für den Wocheneinkauf.

 

42 Prozent gehen zudem gerne in ein Lebensmittelfachgeschäft, vor allem für Brot, Fleisch und Wurstwaren. Der Online-Handel mit Lebensmitteln spielt hingegen noch keine nennenswerte Rolle. Nur zwei bis vier Prozent der bayerischen Verbraucher kaufen die abgefragten Lebensmittelgruppen im Internet, vor allem Brot, Back- sowie Fertigwaren. Dies deckt sich mit dem bundesweiten Trend, dass der Online-Handel für Lebensmittel in Deutschland nur langsam in Schwung kommt.

 

Regionale Produkte dürfen teurer sein

 

Dass regionale Produkte etwas mehr kosten und der Einkauf auf dem Wochenmarkt prinzipiell ein tieferes Loch in die Geldbörse reißt, stellt für bayerische Verbraucher derweil kein Problem dar. 79 Prozent der Befragten finden den Preis für regionale Lebensmittel angemessen. Nur 16 Prozent empfinden sie hingegen als zu teuer. Ob sie ein Produkt schlussendlich kaufen oder nicht, entscheiden die Verbraucherinnen und Verbraucher hauptsächlich anhand des Mindesthaltbarkeitsdatums, der Zutatenliste sowie der Marke.

 

Interessant ist zudem das Studienergebnis, dass sich jedoch nur 50 Prozent der Befragten gut über die Herkunft der Lebensmittel informiert fühlen. Für 82 Prozent der Befragten stammen die Informationen ausschließlich von der Verpackung. Lediglich acht Prozent informieren sich vor dem Kauf zusätzlich über die digitalen Medien. 13 Prozent gehen direkt auf den Händler oder Lebensmittelhersteller zu, um sich nach der Herkunft der Produkt zu erkundigen.

 

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Gesundheitsbewusstsein der Bayern ist überraschend

 

Dass die bayerischen Verbraucher auf die Qualität sowie Herkunft ihrer Lebensmittel so großen Wert legen, ist angesichts ihres Gesundheitszustandes durchaus verblüffend. Rund 75 Prozent der Erwerbstätigen im Freistaat leiden unter Bewegungsmangel ­– viele davon gepaart mit einer falschen Ernährungsweise sowie Adipositas. Knapp 14.000 Tonnen Schokolade werden pro Jahr im Freistaat konsumiert. Jeder Dritte nimmt derweil regelmäßig Nahrungsergänzungsmittel ein. Doch auch hierbei wird nicht immer ausreichend akribisch auf eine gute Qualität der Präparate geachtet, sodass die positiven Auswirkungen auf die Gesundheit oftmals ausbleiben oder sich, schlimmer noch, Folgeprobleme wie Allergien einstellen.

 

Tatsächlich habe sich das Gesundheitsbewusstsein der Bayern in den vergangenen zehn Jahren kaum verändert, so die Ergebnisse einer Umfrage im Auftrag der ABDA Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände. Demnach gaben 86 Prozent aller Befragten an, sich regelmäßig zu bewegen, was jedoch oftmals nicht in ausreichendem Maß stattfindet, wie die zuvor genannte Zahl der 75 Prozent, welche unter einem Bewegungsmangel leiden, beweist. 25 Prozent treiben immerhin täglich mindestens eine halbe Stunde Sport und 84 Prozent achten auf ihre Ernährung.

 

Weniger Stress und gesunde Ernährung

 

Die guten Vorsätze scheinen zumindest da zu sein, jedoch hapert es noch an der Umsetzung. Angeblich wollten im Jahr 2008 bereits 77 Prozent der Befragten ihren Stress mindern. Zehn Jahre später ist der Wert unverändert und es steht das Fazit im Raum: Eine Umsetzung dieser guten Vorsätze lässt auf sich warten. 83 Prozent der Bayern trinken zudem wenig Alkohol und immerhin 66 Prozent betiteln sich als Nichtraucher. Nur 14 Prozent besuchen hingegen spezielle Präventionskurse.

 

Dennoch fällt das Fazit der ABDA positiv aus: Das Gesundheitsbewusstsein in Bayern sei überdurchschnittlich hoch. Das erklärt auch das Kaufverhalten der Verbraucher und ihr Vertrauen in regionale Produkte. Die Tendenz geht demnach in die richtige Richtung und die bayerischen Apotheken möchten zukünftig noch mehr Angebote zur Prävention sowie Aufklärung etablieren. Dennoch gibt es beim Gesundheitszustand der Bayern vor allem in den Bereichen Bewegung und Zuckerreduktion durchaus Verbesserungsbedarf. Die Wahl regionaler Produkte und ein Blick in die Zutatenlisten sind beim Wocheneinkauf dafür schon einmal der richtige Anfang.