Goldfische – vom Zierfisch zur Stadt-Plage

Dass sich Tiere fortpflanzen, gehört zum Lauf der Natur und ist so erwünscht. Allerdings gibt es Tiere, die sich langsam und in geringer Zahl vervielfältigen und deshalb auch oft vom Aussterben bedroht sind, aber auch solche Tiere, die in ihrer Fortpflanzung schneller sind, als sich Ressourcen und andere Arten reproduzieren können. Zu ersteren gehören beispielsweise große Tiere wie Elefanten und Nashörner – zu letzteren kleinere Tiere wie Ratten, Hamster und eben Goldfische.

 

Klar haben Fische durch das Laich-Legen ohnehin eine schnellere Fortpflanzungsrate als durchschnittliche Säugetiere. Dass die glitzernden Wassertiere jedoch äußerst robuste Weggefährten sind, zeigt ihre Verbreitung auf der ganzen Welt. Es gibt kaum ein Gewässer oder Land in dem sich Goldfische nicht einleben können. In München wird das jetzt zum realen Problem:

 

Obwohl sie, wohl wegen ihrer schönen Farbe, als das älteste Haustier gelten, das keinen direkten wirtschaftlichen Profit hat, werden sie manchen Besitzern offenbar zu viel(e). Haben sich die Tierchen im heimischen Garten-Teich schneller vermehrt als erwartet, setzten viele den neuen Überschuss an Haustieren in öffentlichen Gewässern aus.

 

Die Stadt beklagt nun, dass die Tiere sich dort prächtig vermehren. Und zwar viel zu zahlreich. Abgesehen von der Tatsache, dass das Aussetzen von eigenen Haustieren in der Stadt oder öffentlichen Gewässern ohnehin verboten ist, hat es auch für die Natur schwere Folgen. Viele Gewässer in und um München sind derzeit von der Goldfisch-Plage betroffen, da sie ganze Tümpel leerfressen und so auch anderen Wassertieren das Futter rauben.

 

Als Lösung für das heimische Problem empfiehlt die Stadt nun sogar, sich Raubfische anzulegen. Was etwas übertrieben klingt, könne durchaus für die Reduzierung des Fisch-Bestandes auf ein angemessenes Maß führen, dann können Goldfisch & Co. endlich wieder in Symbiose zusammenleben.

 

kw