© Tierpark Hellabrunn

Großer Gesundheitscheck für ältesten Orang-Utan in Hellabrunn

Bruno ist mit seinen stolzen 48 Jahren der älteste Orang-Utan im Tierpark Hellabrunn. Ein siebenköpfiges Ärzteteam rückte an, um den Affen einem großen  Gesundheitscheck zu unterziehen.

 

Brunos letzte ärztliche Untersuchung fand 2012 statt, als es dem Orang-Utan-Männchen über längere Zeit hinweg schlecht ging. Neben einer Zahnwurzelbehandlung wurde außerdem festgestellt, dass der Affe einen Herzinfarkt erlitten hatte und an daraus resultierenden Kreislaufproblemen litt. Seither bekommt Bruno Kreislauf-unterstützende Medikamente verabreicht.

 

„Ähnlich wie bei älteren Menschen verhält es sich auch bei Tieren, die ein gewisses Alter erreicht haben“, so die leitende Tierärztin des Tierparks, Dr. Christine Gohl. Weiter erläutert sie: „Bruno hat mit seinen 48 Jahren inzwischen ein stattliches „Senioren“-Alter erreicht. Um ihm auch weiterhin eine gute Lebensqualität zu ermöglichen, ist es notwendig, seine Gesundheit in regelmäßigen Abständen ausführlich zu untersuchen.“

 

Ende 2016 verschlechterte sich Brunos Zustand erneut, sodass Tierärzte sowie Tierpfleger gemeinsam entschieden, einen weiteren Gesundheitscheck durchzuführen.

 

„Eine so große Untersuchung ist bei Primaten mit enormem Aufwand verbunden. Daher bedarf es einer wochenlangen, ausführlichen Planung. Da wir Bruno von Kopf bis Fuß untersuchen wollten, stellten wir für diese Operation ein Ärzte-Team mit Spezialisten aus den verschiedenen Bereichen zusammen“, berichtet Dr. Christine Gohl. Bei der Operation Ende Mai waren daher nicht nur Hellabrunner Tierärzte anwesend, sondern auch ein Human-Kardiologe, ein tierärztlicher Ultraschall-Spezialist, ein Human-Zahnarzt, ein Spezialist für Tierzahnheilkunde sowie sieben Tierpfleger.

 

Während einer zweistündigen Narkose wurden dem Orang-Utan vier Zähne gezogen, die ihm Schmerzen bereitet hatten. Zudem wurde ein Blutcheck, ein EKG und Ultraschalluntersuchungen von Nieren, Herz und anderen Organen durchgeführt.
Die Ergebnisse der Untersuchung fasste Dr. Christine Gohl zusammen: „Da Bruno nach wie vor sehr schlechte Zähne hat, ist eine zweite Zahn-Operation in absehbarer Zeit notwendig. Außerdem hatte Bruno in der Zeit von 2012 bis heute einen zweiten Herzinfarkt.“ Zumindest kann Bruno nach der Entfernung der erkrankten Zähne jetzt wieder schmerzfrei essen. Zusätzlich wird seine Gesundheit weiterhin durch herz- und kreislaufunterstützende Medikamente aufrecht erhalten.“

 

Die gute Nachricht ist, dass Organe wie Niere und Leber des 48-Jährigen in einem guten Zustand sind und er trotz eines altersbedingten Muskelabbaus noch stattliche 88 Kilogramm wiegt.

 

Drei Tierärzte kümmern sich täglich um die Gesundheit der Bewohner Hellabrunns. Der hervorragende Austausch zwischen Tierpflegern und Ärzten, die die Tiere tagtäglich betreuen und jede noch so kleine Unstimmigkeit beobachten, ist dabei unerlässlich. Gerade Wildtiere verbergen Anzeichen einer Erkrankung oder Schwäche so lange wie möglich und lassen Krankheiten daher oft erst sehr spät erkennen. Für eine Blutabnahme, einen Ultraschall oder andere Untersuchungen ist in den meisten Fällen eine enorm aufwendige Narkose notwendig. So will eine Untersuchung an einem Tier gut überlegt sein, um jedes mögliche Risiko für das Tier so gering wie möglich zu halten.

 

 

 

ak