Castor-Nachbau vor CSU-Zentrale, © Grünen-Fraktionschef Ludwig Hartmann mit dem Castor - Bild: Grüne Fraktion Bayern

Grüne parken Castor-Nachbau vor CSU-Zentrale

In den kommenden Jahren sollen Castor-Transporte auch nach Bayern rollen – so der Plan von Bundesumweltministerin Hendricks. Nun protestieren die Grünen gegen die Weigerung der Bayerischen Staatsregierung einen Teil des Atommülls aufzunehmen. 

 

 

München – Die Grünen haben am Dienstag einen Castor-Nachbau vor der CSU-Parteizentrale in München geparkt. Sie demonstrierten damit gegen die Weigerung der Staatsregierung, einen Teil des Atommülls aus der Wiederaufarbeitung abgebrannter Brennelemente in Bayern aufzunehmen. „Der Castor ist genau hier dahoam“, erklärte der Fraktionschef der Grünen im Landtag, Ludwig Hartmann. „Wie keine andere Partei in Deutschland hat die CSU auf Atomkraft gesetzt.“

 

Die Reaktion der Regierungspartei ließ nicht lange auf sich warten. „Die Grünen gehen an der Lebenswirklichkeit der Menschen in Bayern komplett vorbei“, lästerte CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer auf Twitter. Bei der Protestaktion seien mehr Medienvertreter als Demonstranten gewesen.

 

Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) will einige der noch ausstehenden 26 Castor-Behälter mit deutschem Atommüll aus Frankreich am Kernkraftwerk Isar zwischenlagern. Bayern lehnt dies bislang ab. Der frühere CSU-Chef Erwin Huber hält die Zwischenlagerung von Atommüll auch im Freistaat für geboten. „Die Kernkraft hat Bayern entscheidend vorangebracht. Wer Ja sagte zur Kernkraft, muss auch Mitverantwortung für die Entsorgung übernehmen“, sagte Huber am Donnerstag gegenüber der „Passauer Neuen Presse“. (mb/dpa/lby)