Ein Elektroauto hängt an einer Ladestation

Grünen kritisieren: Staatsregierung nimmt Vorbildfunktion in Sachen E-Mobilität nicht ernst

Die Staatsregierung hat bei der Förderung von Elektroautos großen Nachholbedarf in den eigenen Garagen. Im Jahr 2015 kauften oder leasten Staatskanzlei und Ministerien insgesamt zehn Elektroautos.

 

 

Das Bild ist im Prinzip immer dasselbe. Kommt man zu einer Veranstaltung, auf der ein hochrangiger Vertreter der Staatsregierung geladen ist, erkennt man dies oft schon an den markanten Karossen vor der Location. Denn nicht selten handelt es sich dabei um die Flaggschiffe großer deutscher Automobilhersteller. Stark motorisiert und bestens ausgestattet, zählen diese Fahrzeuge dann häufig nicht zu den umweltfreundlichsten Autos auf Bayerns Straßen.

 

„Die CSU-Regierung nimmt ihre Vorbildfunktion in Sachen E-Mobilität nicht ernst“, kritisiert der Grünen-Verkehrsexperte Markus Ganserer daher. Denn nur 0,5 Prozent der insgesamt neu beschafften Fahrzeuge werden elektronisch angetrieben. Das geht aus der Antwort von Finanzminister Markus Söder (CSU) auf eine Landtagsanfrage der Grünen hervor.

 

Im Januar 2016 hatte die Staatsregierung sich ein weit ehrgeizigeres Ziel gesetzt: Künftig sollen 20 Prozent der staatlichen Dienstwagenflotte Elektroautos sein, jedenfalls in den geeigneten Behörden. Vom Zwanzig-Prozent-Ziel seien Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) und sein Kabinett jedoch „meilenweit entfernt“, so Grünen-Verkehrsexperte Markus Ganserer.

 

 

München startet großes Förderprogramm für Elektromobilität:

 

Die Stadt München setzt in Zukunft stark auf Elektromobilität. Dazu brachte sie gemeinsam mit der Handwerkskammer für München und Oberbayern ein neues E-Mobilitäts-Förderprogramm auf den Weg. Die finanzielle Unterstützung soll helfen die zukunftsweisende und klimafreundliche Technologie in Betrieben und Organisationen zu integrieren. “München emobil“ ist das größte kommunale Förderprogramm von Elektromobilität in ganz Deutschland.

 

 

dpa/ls