Haderthauer-Nachfolge: Das Kandidatenkarussell dreht sich

Christine Haderthauer hatte als Chefin der Regierungszentrale einen der wichtigsten Posten im Kabinett von Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer. Nach ihrem Rücktritt braucht Seehofer nun einen neuen Staatskanzleichef. münchen.tv stellt die Kandidaten vor.

München – Zwei Modelle sind nach übereinstimmender Einschätzung von CSU-Abgeordneten in erster Linie denkbar: Entweder Seehofer benennt direkt einen Nachfolger für Haderthauer. Oder ein amtierendes Kabinettsmitglied wechselt auf deren Posten und jemand aus der Fraktion rückt nach. Das dürfte wieder ein Oberbayer sein. Angesichts des Frauen-Mangels spricht zudem einiges dafür, dass Seehofer wieder eine Frau benennt. Die Kandidaten, die am Dienstag gehandelt wurden, im Überblick:

 
GEORG EISENREICH: Der junge Münchner Abgeordnete wurde erst im vergangenen Herbst erstmals ins Kabinett berufen, als einer von zwei Staatssekretären im zusammengelegten Bildungs- und Wissenschaftsministerium. Eisenreich gilt als talentierter Kopf. Ihm wird der Posten in der Staatskanzlei in der CSU allgemein zugetraut.

 
ALBERT FÜRACKER: Der Oberpfälzer wurde ebenfalls erst im vergangenen Herbst Staatssekretär – im Finanz- und Heimatministerium von Markus Söder. Auch ihm wird der Staatskanzlei-Posten zugetraut. Allerdings ist eine von Fürackers Aufgaben, die neue Dependance des Ministeriums in Nürnberg zu betreuen. Ihn zieht es eigentlich auch nicht weg.

 


MARCEL HUBER: Diese Lösung hätte den Charme, dass Huber die Staatskanzlei bereits kennt: Er war 2011 schon einmal Chef der Regierungszentrale. Allerdings macht Huber nach allgemeiner Einschätzung als Umweltminister einen sehr guten Job. Ein neuerlicher Wechsel wird deshalb für etwas unwahrscheinlicher gehalten.

 

KERSTIN SCHREYER-STÄBLEIN: Mit der stellvertretenden Vorsitzenden der CSU-Landtagsfraktion hätte Seehofer eine Frau aus Oberbayern neu im Kabinett – die sich noch dazu in der Bildungspolitik bestens auskennt. Würde zum Beispiel Eisenreich in die Staatskanzlei rücken, wäre Schreyer-Stäblein auch inhaltlich eine passende Nachrückerin auf dessen bisherigen Posten.

 

FLORIAN HERRMANN: Der Oberbayer hat sich unter anderem als Vorsitzender des Mollath-Untersuchungsausschusses Lorbeeren verdient. Derzeit ist er Chef des Innenausschusses. Seehofer hält dem Vernehmen nach große Stücke auf ihn. Schon 2013 galt er als Kabinettsanwärter. Ihm wird auch ein direkter Wechsel in die Staatskanzlei zugetraut.

 

Auch Scharf genannt worden

 

INGRID HECKNER: Die Vorsitzende des Ausschusses für den Öffentlichen Dienst kommt ebenfalls aus Oberbayern. Heckner wurden am Dienstag fraktionsintern allerdings eher Außenseiter-Chancen eingeräumt.

 

ULRIKE SCHARF: Genannt, aber ebenfalls für unwahrscheinlicher gehalten wurde der Name Ulrike Scharf. Gegen die Oberbayerin spreche, so hieß es, dass sie – nach einer ersten Episode von 2006 bis 2008 – erst im vergangenen Jahr wieder in den Landtag eingezogen sei.

 

ANGELIKA NIEBLER: Die Oberbayerin, die in diesem Jahr Chefin der CSU-Europagruppe wurde, wurde zuletzt immer als eine der heißesten Kandidaten für die Nachfolge genannt. Sie soll Seehofer aber schon mehrfach einen Korb gegeben haben – und will auch diesmal nicht. «Das wäre ein guter Name gewesen», sagen am Dienstag mehrere CSU-ler. Überdies hätte dann Bernd Posselt ins Europaparlament nachrücken können, der bei der Europawahl den Wiedereinzug verpasst hatte.

 

dpa/make