Spritzen, © Symbolfoto

Hebamme soll versucht haben, Mütter und Neugeborene zu ermorden

Eine Hebamme am Klinikum Großhadern soll in vier Fällen versucht haben, neugeborene Babys und auch deren Mütter durch Heparin-Injektion zu töten.

Mordversuch durch Blutverdünnung

Die Polizei hat die 33 Jahre alte Hebamme festgenommen, nachdem das Klinikum Großhadern am 10. Juli Anzeige gegen Unbekannt wegen des Verdachts einer versuchten Tötung erstattet hatte.

Nach ersten Angaben soll sie zwischen April und Juni 2014 vier Müttern bei der Geburt Heparin in hohen Dosen verabreicht haben, was die Kinder und die Frauen in eine lebensgefährliche Situation gebracht hatte.

Die Ärzte konnten in allen acht Fällen den Tod der Menschen verhindern, indem sie die Situation erkannten und Notfalltherapien einleiteten.

Heparin ist ein Mittel, das blutverdünnend wirkt und eigentlich zur Verhinderung von Thrombosen, also Blutpropfen in den Arterien, dient:

Heparin wird aus dem Magen-Darm-Trakt von Schweinen gewonnen. Wenn es dann Menschen verabreicht wird, laufen die Mechanismen im Körper, die das Blut flüssig halten tausend Mal so schnell ab wie normal.

Durch die Menge, die die mutmaßliche Täterin ihren Opfer  – verabreicht haben soll, hatten die vier Kinder und Mütter eine Menge an Blut verloren, die ohne Behandlung tödlich gewesen wären.

Alle vier Mütter hatten ihre Kinder durch Kaiserschnitt bekommen. Inzwischen gehe es allen Müttern und ihren Kindern trotz des Vorfalles gut.

 

Was bringt eine Frau zu so etwas?

Die Motive der Hebamme sind völlig unklar.

Seit 2012 hatte die 33-Jährige in dem Klinikum gearbeitet.

Nach der Festnahme in der Klinik hatte die Beschuldigte zunächst die Vorwürfe bestritten. Nachdem sie mit ihrer Anwältin gesprochen hatte, macht sie jetzt aber keine Angaben mehr zur Sache.

Am Vormittag hat die Polizei weitere Einzelheiten bekannt gegeben.

Der zuständige Staatsanwalt sagte, dass ein Versehen auszuschließen sei. Eine Hebamme hätte wissen müssen, dass das Medikament die Patienten töten könnte.

(Die ausführliche Erklärung des Klinikums finden Sie hier.)