unglueck bad aibling zug meridian , © Einsatzkräfte am Unfallort.

Helfer von Bad Aibling gewürdigt – „Verneige mich vor Ihnen“

Hunderte von ihnen haben vor einem Monat beim Zugunglück von Bad Aibling geholfen. Nun gab es für die Helfer einen Gottesdienst und einen Empfang in der Residenz. Auch sie müssen das Geschehene verarbeiten – wie die Überlebenden und die Angehörigen der Opfer.

 

Eine Kerze für die Toten, rote Rosen für die Überlebenden: Mit einem ökumenischen Gottesdienst haben die katholische und die evangelische Kirche am Montagabend im Münchner Liebfrauendom den Einsatz der Helfer beim Zugunglück von Bad Aibling gewürdigt und an die Opfer erinnert. Hunderte Helfer unter anderem von Polizei, Feuerwehr, Rettungsdiensten, Bergwacht und Kriseninterventionsteams nahmen anschließend an einem Empfang von Ministerpräsident Horst Seehofer und Landtagspräsidentin Barbara Stamm (beide CSU) teil.

 

„Ich verneige mich vor Ihnen im Namen des Freistaats Bayern. Bayern ist stolz auf Sie“, sagte Seehofer. „Der 9. Februar war ein Schock und ist ein Schock für unser ganzes Land.“ Worte könnten das Unfassbare nicht fassbar machen. „Als Helfer stellten Sie sich dem Unfassbaren entgegen.“

 

Stamm sagte, die Helfer hätten das Menschenmögliche getan, um in diesen schlimmen Stunden zu helfen. „Sie sind bis an Ihre Grenzen gegangen und auch darüber hinaus.“

 

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Bei der ökumenischen Feier im Dom sprach Prälat Lorenz Wolf von einem grandiosen Zeichen dafür, „dass es in unserer Gesellschaft Menschen gibt, die fähig sind, in solch grausamen Unglückssituationen zusammenzuhalten.“ Wolf betonte: „Für mich sind Sie würdige Vorbilder für unsere Zeit und für unsere Gesellschaft, die Menschen wie Sie dringend braucht.“ Wolf erinnerte auch an die Opfer und deren Angehörige. Bei dem Zusammenstoß zweier Regionalzüge am Faschingsdienstag waren elf Menschen getötet und mehr als 85 teilweise lebensgefährlich verletzt worden.

 

Die Regionalbischöfin für München und Oberbayern, Susanne Breit-Keßler sagte, täglich gebe es Anlass zum Dank an die Helfer von Polizei und Feuerwehr, von Berg- und Wasserwacht, von Technischem Hilfswerk und Rotem Kreuz, von Kriseninterventionsteams und Notfallseelsorge. Auch sie müssten das Erlebte verarbeiten. Sie forderte mehr Beistand und Anerkennung für die Rettungskräfte. „Diese Gesellschaft braucht wieder Respekt vor den Menschen, die ihren Kopf hinhalten, manchmal ihr Leben einsetzen, um uns anderen zu helfen“, sagte Breit-Keßler mit Blick auf jene Fälle, in denen etwa Sanitäter während ihres Einsatzes angepöbelt oder gar niedergeschlagen werden.

 

An der ökumenischen Feier nahmen neben Vertretern der Staatsregierung und des Landtags auch Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) und Bahnchef Rüdiger Grube teil. Auch der Bad Aiblinger Bürgermeister Felix Schwaller und der Rosenheimer Landrat Wolfgang Berthaler (beide CSU) waren in den Dom gekommen.

 

rg / dpa