Ein Schulkind meldet sich im Unterricht

Hilfe für Flüchtlinge, Flexi-Jahr, Ganztagesbetreuung: Das ist neu im neuen Schuljahr

Neue Übergangsklassen für Flüchtlingskinder, die verlängerte Mittelstufe am Gymnasium, offene Ganztagsangebote an Grundschulen: Das neue Schuljahr startet am kommenden Dienstag in Bayern mit einer ganzen Reihe von Neuerungen. Ein kleiner Überblick:

 

München – FLÜCHTLINGE: Angesichts der Rekord-Flüchtlingszahlen stehen die Schulen vor der Herausforderung, viele schulpflichtige Flüchtlinge aufzunehmen – von denen viele kaum oder gar kein Deutsch können. Das Ministerium hat deshalb die Zahl der Übergangsklassen an Grund- und Mittelschulen, die den Kindern den Einstieg erleichtern sollen, von 300 zu Beginn des vergangenen Schuljahres auf 470 erhöht. Zudem gibt es Deutschförderklassen und –förderkurse. An den Berufsschulen wird es nunmehr 440 Berufsintegrationsklassen geben – vor einem Jahr waren es noch gut 180. In diesen Klassen lernen die Schüler Deutsch und bereiten sich auf eine Berufsausbildung vor. Zudem werden 420 Stellen bereitgestellt, damit Klassen an Grund- und Mittelschulen mit vielen Flüchtlingen eher geteilt werden können. Die Opposition hält all dies für unzureichend – und fordert bis zu 1000 zusätzliche Lehrer.

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MITTELSTUFE PLUS: Das neunjährige Gymnasium ist zurück – zumindest ein bisschen: An 47 Pilotschulen wird für zwei Jahre die sogenannte «Mittelstufe plus» erprobt. Bei dem Modell durchlaufen Schüler die Mittelstufe in vier statt in drei Jahren, wobei sie dann pro Schuljahr weniger Pflichtstunden haben als im «normalen» G8-Zug. Nach dem Pilotversuch soll dann entschieden werden, ob G9-Züge bayernweit eingeführt werden. Der Druck auf die CSU-geführte Staatsregierung ist schon jetzt enorm: An den 47 Pilotschulen entschieden sich im Schnitt rund 60 Prozent der Gymnasiasten für die längere Variante.

GANZTAGSANGEBOTE: Nach jahrelangen Verzögerungen werden die Ganztagsangebote an bayerischen Grundschulen massiv ausgebaut. In einem ersten Schritt gibt es bayernweit 300 neue offene Ganztagsgruppen: Die Kinder gehen dabei morgens normal zur Schule, bekommen anschließend ein Mittagessen und werden dann von Pädagogen betreut. Das «normale» Angebot bis 16.00 Uhr soll – mit Ausnahme des Mittagessens – kostenfrei sein. Auch in den Ferien soll eine Betreuung der Kinder sichergestellt sein. In Zusammenarbeit zwischen Schulen, Kommunen und Jugendhilfe-Trägern sollen in den kommenden Jahren bis zu 3000 offene Ganztagsgruppen eingerichtet werden.

INKLUSION: Die Zahl der Schulen mit dem Schulprofil Inklusion, die sich im Unterricht ganz besonders um behinderte Kinder kümmern, steigt weiter: auf künftig 212. Bisher gab es 164 solcher Profil-Schulen.

 

FLEXIBLE GRUNDSCHULE: Die Zahl der Grundschulen in Bayern, die sich an dem Modell beteiligen, steigt im neuen Schuljahr von bisher 151 auf nunmehr 188. In diesen Schulen können Kinder zusammen mit ihren Eltern entscheiden, ob sie Eingangsstufe, also erste und zweite Klasse, in einem, in zwei oder in drei Jahren durchlaufen wollen.

 

dpa/make