Ein Polizeiauto mit Blaulicht im Einsatz, © Symbolfoto

Hilfspfleger unter sechsfachem Mordverdacht

Im Fall des mordverdächtigen Hilfspflegers, der in Ottobrunn einen Rentner getötet haben soll, gibt es nun weitere Erkenntnisse. Insgesamt soll er sechs Menschen getötet haben.

 

Im März diesen Jahres wurde der Fall eines polnischen Hilfspflegers bekannt, der in Ottobrunn im Februar einen 87-Jährigen Rentner getötet haben soll (wir berichteten). Dadurch wurden umfangreiche Ermittlungen in Gang gesetzt, bei dem mehrere Fälle mit dem mutmaßlichen Täter in Verbindung gebracht werden konnten.

 

In Polen war der 36-Jährige bereits wegen verschiedener Delikte im Gefängnis. Nach Haftentlassung absolvierte er einen Pflegekurs in seinem Heimatland. Ab Mai 2015 war er dann über verschiedene polnische und slowakische Vermittlungsagenturen als ungelernte Pflegekraft im Rahmen von 24-Stunden-Betreuungen in Deutschland im Einsatz.

 

Bei diesen Einsätzen soll er unter anderem sechs Senioren durch die Verabreichung von Insulin getötet haben. Aufgrund einer Diabeteserkrankung wurde dem Beschuldigten ab Januar 2017 selbst Insulin verschrieben. Dabei wurde er über mögliche Risiken einer Über- oder Unterdosierung aufgeklärt. Der Beschuldigte der seit Februar in Untersuchungshaft sitzt, hat gestanden zwölf Personen, die er betreut hat, Insulin verabreicht zu haben. Eine absichtliche Tötung bestreitet er jedoch.

 

Drei der Morde soll er in Bayern begangen haben, die anderen drei jeweils in Schleswig-Holstein, Baden-Württemberg und Niedersachsen. Außerdem werden dem Tatverdächtigen drei versuchte Morde und drei Fälle der gefährlichen Körperverletzung vorgeworfen. Während seiner Tätigkeit als Pflegehilfskraft soll er auch zahlreiche Personen bestohlen haben.