parkende Autos in Münchner Straße — © Symbolfoto
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Höhere Parkgebühren: Preise steigen teils um das Doppelte

In vier sogenannten Lizenzgebieten werden die Parkgebühren fast um das Doppelte erhöht. Die Stadt möchte testen, ob der Autoverkehr dadurch abnimmt. Ist der Test erfolgreich, soll der Parkschein innerhalb den Parkgebieten bald zehn Euro am Tag kosten. Anwohner können ihr Auto weiterhin günstig abstellen.

 

Parkgebühren sind in München ein großes Thema, denn neben Wohnraum ist Platz auf der Straße ein knappes Gut. Darum wurde gestern im Planungsausschuss des Stadtrats kontrovers diskutiert. Die Verwaltung hatte nämlich vorgeschlagen, die die Preise für das Parken in der Innenstadt anzuheben. Der Grund: Es sollen mehr Menschen auf das Auto verzichten. Der Plan sieht vor, zunächst in vier Testgebieten zu überprüfen, ob der gewünschte Effekt dort eintritt. Ist das der Fall, soll in einer zweiten Phase die erhöhte Gebühr auf alle 68 Lizenzgebiete angewendet werden.

 

Die Unterstützer dieser Idee sind schnell versammelt. Es sind SPD, FDP und Grüne. Sie erhoffen sich, dass mehr Menschen auf die Öffentlichen umsteigen, anstatt mit dem eigenen Auto die Stadt zu verstopfen. Vor allem Pendler sollen durch die höheren Gebühren dazu animiert werden, das Auto vor der eigenen Haustür stehen zu lassen. Doch die CSU sieht das ein wenig anders. Parkgebühren seien „nicht dazu da, um die Leute abzuschrecken, sondern nur um den Verwaltungsaufwand abzudecken“, so der planungspolitische Sprecher der Fraktion, Walter Zöller.

 

Parkraummanagement als Steuerungsinstrument – doch wohin steuert der Stadtverkehr?

 

Die Stadtverwaltung jedoch hält dagegen: „Parkgebühren sollen Berufstätige, die regelmäßig in die Innenstadt fahren, dazu bewegen, auf öffentliche Verkehrsmittel umzusteigen“. Und eine Mehrheit der Abgeordneten im Rathaus sieht das wohl ähnlich. In der Ludwigsvorstadt/Isarvorstadt und in Untersendling werden die Gebühren jetzt angehoben: Von sechs auf zehn Euro für ein Tagesticket und von einem auf zwei Euro für jede Stunde nach 18 Uhr. Der Preis für einen Anwohnerparkausweis bleibt bei 30 Euro im Jahr. Dieser Ausweis wird künftig auch in zusätzlichen Lizenzgebieten nötig sein: Am Rotkreuzplatz, an der Alten Heide, in Thalkirchen, am Tierpark und am Wettersteinplatz.

 

Autofahrer sollen also auf den öffentlichen Nahverkehr umsteigen. Es drängt sich allerdings die Frage auf, wie dieser die Mehrbelastung stemmen soll, die dadurch entsteht. Viele Fahrgäste beklagen sich schon heute über überfüllte, verspätete Züge. Die Stadt hofft langfristig auf die zweite Stammstrecke. Doch längst nicht alle sind davon überzeugt, dass das die ersehnte Entlastung bringt. Es bleibt also zu befürchten, dass das Parkraummanagement das eigentliche Problem nur verlagert. Auf den umfassenden Plan, wie die Stadt mit ihrem eigenen Wachstum umgehen will, warten Bürger auch weiterhin vergeblich.

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