Panorama: Blick über München

Hypothekenzinsen – Das sollten Münchner wissen

München war im Hinblick auf die Finanzierung von Immobilien schon immer ein besonderes Pflaster. Grund dafür sind die steigenden Kosten für Wohnraum in der Metropole, die bei den Bürgern auf Unwillen stoßen. Umso wichtiger wird es, als Münchner bei den Hypothekenzinsen genau hinzuschauen. Denn speziell dort ist es möglich, die Gesamtkosten trotz der aktuellen Situation deutlich zu senken.

 

Die günstige Lage erkennen

 

Von zentraler Bedeutung ist es, die aktuell sich bietende Chance nicht ungenutzt zu lassen. Wer schon bauen oder kaufen könnte, jetzt aber noch einige Zeit zögert, könnte sich in finanzieller Hinsicht selbst ein Bein stellen. Grund dafür ist der niedrige Leitzins, für den in erster Linie die EZB in der Verantwortung steht. Das Ziel von Mario Draghi war es, die schwächelnde Konjunktur, die speziell in den südlichen Ländern Europas zum großen Problem wurde, zu unterstützen. Durch einen großzügigen Kauf von Anleihen konnten günstige Zinsen und damit billiges Geld auf den Markt geworfen werden. Einige Experten gehen davon aus, dass diese Entwicklung nun ihren Scheitelpunkt erreicht hat, dessen Dauer noch nicht abzusehen ist.

 

Die niedrigen Zinsen betreffen jedoch nicht nur Sparer, sondern können bei einem Hypothekendarlehen von entscheidender Bedeutung sein. Wie auf baufi24.de dargestellt wird, können entsprechende Kredite sogar bei einem Zinssatz unter einem Prozent finanziert werden. Bei den hohen Summen, die der Kauf von Wohneigentum traditionell mit sich bringt, ergibt sich daraus ein wichtiger Vorteil. Repräsentative empirische Studien gehen von mehreren Milliarden Euro aus, die Bauherren und Käufer dadurch bereits einsparen konnten. Ärgerlich wäre es, den aktuell lohnenswerten Zeitpunkt zu verpassen und die Finanzierung in wenigen Jahren oder gar Monaten unter düsteren Vorzeichen beginnen zu müssen. Je nach dem, auf welche Summe sich die Verbindlichkeiten belaufen, werden die Unterscheide bei bis zu 10.000 Euro und mehr liegen.

 

Die Zinsbindung nutzen

 

Aus dem ersten wichtigen Schritt, der Grundlage der aktuellen Situation, folgt direkt der zweite. Denn Kreditgeber bieten ihren Kunden die Möglichkeit, die Option der Zinsbindung in Anspruch zu nehmen. Hierbei wird ein Zeitraum ausgehandelt, in welchem es der Bank nicht erlaubt ist, die Kreditzinsen im laufenden Vertrag zu erhöhen. Sie werden somit auf einen konstanten Wert festgesetzt, der noch nicht einmal an die jeweilige wirtschaftliche Situation angepasst werden kann. Sollte nun eine echte Kehrtwende der Zinspolitik bereits zu Beginn der Finanzierung kommen, sorgt die Zinsbindung dafür, dass das eigene Konzept nicht über den Haufen geworfen wird.

 

Gleichzeitig müssen Münchner genau abwägen, in welchem Umfang sie dieses Instrument für sich nutzen möchten. Zunächst ist es mit Sicherheit unwahrscheinlich, dass die Hypothekenzinsen auf einen Wert fallen werden, der deutlich unterhalb der aktuellen Angebote liegt. Doch mit jedem zusätzlichen Jahr, das mit in die Zinsbindung einbezogen wird, steigt der effektive Jahreszins etwas an. Dies liegt am höheren Risiko einer verlustreichen Finanzierung, das nun verstärkt der Seite der Bank zugeschoben wird. Experten sehen es aktuell als günstig an, sich an einem Zeitraum zwischen fünf und sieben Jahren der Zinsbindung zu orientieren. Weniger macht das Angebot zwar deutlich günstiger, erhöht jedoch auch das Risiko des Kreditnehmers.

 

Die passenden Beleihungsgrenzen finden

 

Unter dem abstrakten Begriff der Beleihungsgrenze verstehen Kreditnehmer oftmals zu wenig. Dabei handelt es sich um ein Phänomen, das für die Qualität ihres Kredits von entscheidender Bedeutung sein kann. Erhöhte Aufmerksamkeit ist dabei ebenfalls gefordert, denn der Beleihungswert einer Immobilie entspricht nicht zwingend deren Verkehrswert, der zwischen 10 und 15 Prozent darunter liegen kann. Der daraus folgende Grundsatz ist dagegen elementar: Je größer der Anteil des Kaufpreises ist, der durch die Hypothek finanziert werden muss, desto teurer wird das jeweilige Angebot.

 

Hier spielt ebenfalls das erhöhte Risiko eine Rolle, das auf der Seite der Bank liegt. Um als Kreditnehmer gut abschneiden zu können, sollte ein Beleihungswert von höchstens 60 Prozent gewählt werden. Von diesem Punkt an befinden sich die anfallenden Zinsen generell auf einem niedrigen Niveau, das den Vertrag unterstützt. Stets handelt es sich dabei allerdings auch um einen finanziellen Kraftakt, der nur dann gestemmt werden kann, wenn im Hintergrund genügend Eigenkapital vorhanden ist. Sollte ein Spielraum gegeben sein, hilft ein Rechner zur Immobilienfinanzierung, das richtige Gleichgewicht zu finden.

 

Die besondere Bedeutung

 

Im Allgemeinen unterscheidet sich die Finanzierung einer Immobilie in München nur wenig von anderen Städten und Regionen. Der höhere Kaufpreis, der im Durchschnitt ermittelt werden kann, hat jedoch zugleich höhere Kreditsummen zur Folge. Für Münchner ist es aus diesem Grund besonders wichtig, dem Thema der Hypothekenzinsen ihre Aufmerksamkeit zu widmen. Denn bereits Schwankungen um nur wenige Zehntel können durch die hohen Summen bei einem derart langen Anlagehorizont mehrere tausend Euro ausmachen. Wer sich dagegen nicht die Mühe macht, eine gewisse Zeit in den Prozess zu investieren, läuft am Ende Gefahr, genau dieses Geld zu verschenken. Der aktuell ansteigende Bautrend, der gerade in den benachbarten Städten und Gemeinden zu beobachten ist, lässt sich ebenfalls auf die aktuelle Zinssituation zurückführen, welche für die Baubranche ein wahrer Nährboden ist, der die Entwicklung stark fördert.