Isen: Der Wolf kehrt zurück nach Oberbayern

Nach über 130 Jahren hat sich zum ersten Mal wieder ein Wolf im Raum München blicken lassen.

Vor kurzem war ein Foto aufgetaucht, dass ein hundeähnliches Tier im Landkreis Erding in der Nähe von Dorfen zeigt.

Handelt es sich dabei etwa um den vor über einem Jahrhundert in Bayern ausgerotteten Wolf?

Das Bayerische Landesamt für Umwelt bestätigt jetzt:  Ja.

Bei dem Tier, dass sich auf dem Feldweg nahe des Ortes Außerbittlbach hat ablichten lassen, handelt es sich nach Experten – Einschätzung um einen Wolf, der aller wahrscheinlich nur auf der Durchreise ist. Tatsächlich könnte es sich sogar um den selben Wolf handeln, der bei Brannenburg im Landkreis Rosenheim vor kurzem eine Hirschkuh gerissen hatte.

Zwei Frauen in einem Auto hatten ein Foto geschossen, dass sich für das Umweltministerium und Landwirtschaftsministerium zum Problem entwickeln könnte…

Politiker wollen den Wolf nicht wahrhaben

Das Umweltministerium und auch das Landwirtschaftsministerium wollen sich nicht dazu äußern.

Der Grund dafür dürfte simpel sein: Keiner weiß so recht, wer zuständig dafür wäre, wenn hunderte Naturfreunde ins Isental pilgern und Landwirte in Panik geraten, weil sie ihre Tierbestände in Gefahr sehen.

Deswegen lässt eine offizielle Bestätigung mit dem Inhalt „Wolf in Oberbayern“ noch auf sich warten. Man kann es vielleicht ja sogar verstehen, wenn man bedenkt, dass sich die Ministerien zuletzt vor 130 Jahren über die Zusändigkeitsfrage den Kopf zerbrechen musste.

 

Mensch und Wolf –  ein zweiter Versuch?

Vor vielen Jahren hat der Mensch den Wolf in Deutschland ausgerottet, weil er ihn als Bedrohung für seine Tiere und für sich selbst gesehen hatte.

Fakt ist aber: Es gibt kaum oder nur selten einen belegten Fall, bei dem ein Mensch direkt durch einen Wolf zu Schaden gekommen ist.

Die Tiere sind eher scheu und Menschen sind viel zu groß und furchteinflößend für den rund 60 Zentimeter hohen Wolf.

Vielleicht klappt es dann dieses Mal mit dem Zusammenleben – ähnlich wie in Sachsen, wo es bereits wieder frei laufende Rudel von Wölfen gibt.

…in jedem Fall könnte das funktionieren, wenn sich die Politiker darauf einigen können, wer für die Teilung des Lebensraumes zwischen Wolf und Mensch zuständig ist.

adc / dpa