Wartende Fahrgäste am Münchner Bahnhof, © Die Bahn-Kunden sind genervt: Sie warten an den Bahnsteigen auf die Züge des Ersatzfahrplans

Jeder zweite Nahverkehrszug fährt trotz Lokführerstreik

Langsam wird es Routine: Die Lokführer streiken und die Bahnkunden müssen warten oder auf andere Verkehrsmittel umsteigen. In Bayern soll trotz Streik allerdings jeder zweite Regionalzug dennoch fahren.

 

Alle Infos zu den Ersatzfahrplänen finden Sie hier.

 

Wegen des erneuten Streiks der Lokführergewerkschaft GDL sind auch am Dienstag zahlreiche Bahnpendler in Bayern auf andere Verkehrsmittel umgestiegen. Um 2.00 Uhr legten die Lokführer der GDL bundesweit im Nah- und Fernverkehr ihre Arbeit nieder. Es ist der achte Streik in dem seit zehn Monaten schwelenden Tarifkonflikt.

 

Im Freistaat sollten rund 50 Prozent der Nahverkehrzüge dennoch fahren, wie die Deutsche Bahn mitteilte. Zwei Drittel der Fernzüge fielen jedoch aus. Einzelne Münchner S-Bahnen konnten in der Hauptverkehrszeit im 20-Minuten-Takt fahren, auf der stark frequentierten Münchner Stammstrecke sollen sechs bis neun S-Bahnen je Stunde unterwegs sein. Am Hauptbahnhof gibt es außerdem einen sogenannten Hotel- bzw. Übernachtungszug, in welchem Pendler, die nicht vom Fleck kommen, ihre Nacht verbringen können.

 

 

Die Bahn hat Ersatzfahrpläne erstellt. Sie seien stabil angelaufen und zuverlässig, meinte ein Bahnsprecher. „Wir empfehlen unseren Kunden aber in jedem Fall, sich aktuell unter 08000-996633 oder auf www.bahn.de/liveauskunft zu informieren.“

 

Die GDL hatte am Donnerstag das neue Tarifangebot der Bahn zurückgewiesen und einen langen Arbeitskampf für eine ganze Woche angekündigt. Die Bahn hatte angeboten, die Löhne sollten vom 1. Juli an in zwei Stufen um insgesamt 4,7 Prozent steigen. Die Gewerkschaft fordert für die Beschäftigten fünf Prozent mehr Geld und eine Stunde weniger Arbeitszeit pro Woche. Ein Knackpunkt für die GDL ist die Einstufung der Rangierlokführer im Tarifgefüge der Bahn.