Die Flüchtlinge liegen eng zusammengepfercht in der Messehalle

Kabinett beschließt vier Riesenunterkünfte für Flüchtlinge

Die Staatsregierung plant vier Großunterkünfte für Flüchtlinge in ehemaligen Kasernen und Militärsiedlungen. So soll die Aufnahmekapazität der bisherigen «Balkanzentren» für chancenlose Asylbewerber in Manching bei Ingolstadt und Bamberg jeweils verdreifacht werden – auf 1500 beziehungsweise 4500 Plätze.

 

– 5000 anstelle der bisher geplanten 2000 Menschen sollen in zwei ehemaligen US-Kasernen in Schweinfurt untergebracht werden. Im schwäbischen Donauwörth sollen 1000 Flüchtlinge in einer alten Bundeswehrkaserne wohnen. Bisher waren dort 600 Plätze vorgesehen, wie das Sozialministerium auf Anfrage mitteilte.

 

 

Das Kabinett besprach den Plan am Dienstag. Dass die Unterkünfte in Manching und Bamberg vergrößert werden sollen, war seit vergangener Woche bekannt. Sie sollen künftig auch «Registrierzentren» heißen, aus denen Flüchtlinge möglichst schnell abgeschoben werden. Allerdings sind die Verhandlungen mit den beteiligten Kommunen nicht abgeschlossen. Zum Ausgleich will die Staatsregierung dem Verkauf ehemaligen Militärgrunds an die beteiligten Kommunen zustimmen, so dass diese dort auch Wohnungen selbst bauen können.

 

Alte Kasernen billiger

 

Die großen Unterkünfte sind vielerorts umstritten, so in Schweinfurt, wo bereits im September die Rede davon war, bis zu 5000 Menschen unterzubringen. Nachdem der Stadtrat protestierte, wurde die Unterkunft zunächst kleiner geplant. Nun sollen es doch 5000 Migranten werden.

 

 

Flüchtlingsunterkünfte in alten Kasernen sind für den Staat billiger als die bisher favorisierte dezentrale Unterbringung in kleinen Gebäuden. Da zudem vielerorts die Unterbringungsmöglichkeiten erschöpft sind, hatte die Staatsregierung am Dienstag beschlossen, nun verstärkt Großunterkünfte einzurichten.

 

mk/dpa