Kampagne: „Cool bleiben – friedlich feiern in München“

Seit einigen Jahren ist die Innenstadt der Hotspot des Münchner Nachtlebens. Die sogenannte „Feiermeile“ zwischen Sendlinger Tor und Maximiliansplatz zieht Abend für Abend und insbesondere an den Wochenenden Tausende Szenegänger aus dem Stadtgebiet und dem Münchner Umland an.

 

Doch diese an sich positive Entwicklung hat auch ihre negativen Seiten. Mit steigenden Besucherzahlen nahmen
auch die Gewalttaten im Bereich der Feiermeile zu.

Die Gesamtkriminalität im ersten Halbjahr 2014 ist zwar von 805 auf 742 Straftaten gesunken.
Betrachtet man das 1. Halbjahr 2014 im Vergleich mit dem 1. Halbjahr 2013 ist auch bei den einfachen Körperverletzungen ein positiver Trend zu erkennen, da diese Delikte erfreulicherweise von 211 auf 160 Straftaten gesunken sind.
Allerdings ist bei den gefährlichen Körperverletzungen leider ein weiterer Anstieg feststellbar. So wurden im 1. Halbjahr 2014 bereits 80 Delikte begangen. Im Vorjahr belief sich die Anzahl noch auf 67 Straftaten. Auffällig ist dabei, dass häufig Gläser und Flaschen als Schlag- und Wurfwerkzeug genutzt wurden.

 

Die Landeshauptstadt München, das Polizeipräsidium München sowie die Betreiber der betroffenen Innenstadtclubs haben deshalb bereits im Oktober 2012 ein gemeinsames Vorgehen gegen Gewalttäter im Nachtleben entwickelt und ein umfassendes Maßnahmenbündel beschlossen und das Projekt „cool bleiben – friedlich feiern in München“ ins Leben gerufen.

 

Seitdem erlässt das Kreisverwaltungsreferat – ergänzend zu den polizeilichen Maßnahmen, wie beispielsweise verstärkte Streifenpräsenz, den Hausverboten der Wirte und den präventiven Tätigkeiten des Stadtjugendamtes – hoheitliche Betretungsverbote gegen auffällige Gewalttäter.

 

Betretungverbote als Maßnahme gegen Gewalt

 

Personen, die im Bereich der Feiermeile durch eine gefährliche Körperverletzung oder ein anderes sogenanntes Rohheitsdelikt (zum Beispiel Raub, Bedrohung, sexuelle Nötigung) im Nachtleben auffallen, erhalten ein Betretungsverbot durch das Kreisverwaltungsreferat. Das Polizeipräsidium informiert das Kreisverwaltungsreferat bei entsprechenden Vorfällen.

 

Mit dem Betretungsverbot wird das Betreten der „Feiermeile Innenstadt“ und aller beteiligten Clubs beziehungsweise Gaststätten von 22 bis 7 Uhr für ein Jahr untersagt.

 

Für die „Feiermeile“ Innenstadt wurden seit Beginn des Projektes 21 Betretungsverbote, davon sechs im Jahr 2014, gegen Gewalttäter ausgesprochen. Dabei reicht das Spektrum der den Betroffenen vorgeworfenen Taten von Faustschlägen über den Einsatz von abgebrochenen Flaschen als Stichwerkzeug bis hin zu Tritten gegen bereits am Boden liegende Opfer. Bedauerlicherweise ist gerade bei den beiden letztgenannten Tathandlungen ein Anstieg zu verzeichnen, der keinesfalls hingenommen werden kann.

Erfreulicherweise ist bis heute keiner der von einem Betretungsverbot Betroffenen im Bereich der Feiermeile mit einer erneuten Straftat auffällig geworden.

 

Sommerfest mit Partyfaktor

 

Dabei entstand die Idee der „Open-Air“– Veranstaltung, die das Projekt noch mehr in den Fokus der Öffentlichkeit rücken soll. Am Samstag, den 2. August, zeigt sich der Park am Maximiliansplatz 2 von 15 bis 22 Uhr für das „cool bleiben – friedlich feiern“ – Sommerfest von seiner bunten und musikalischen Seite.

 

Auf dem Programmplan steht ein spannendes elektronisches Potpourri. Die Highlights sind der Live-Act von MarieMarie und der DJ-Gig von John Digweed aus England. MarieMarie, die Harfenistin und Sängerin mit dem auffälligen roten Schopf, dürfte den meisten spätestens beim deutschen Vorentscheid zum Eurovision Song
Contest ins Auge gestochen sein. Nun zieht sie auf der Livebühne am Maximiliansplatz die Blicke auf sich. John Digweed fällt zwar optisch womöglich nicht so stark auf, aber dafür akustisch. Sein progressiver House- und Technoansatz zündet seit mehr als 20 Jahren sicher wie das Feuerwerk an Silvester.

 

Darüber hinaus spielen bei „Cool bleiben – friedlich feiern“ noch Jim Fletch live, Johanna Reinhold, DJ Linus, Paul Tiedje, Fabian Kranz, Mack Julia & Anette Party.

 
Der Eintritt ist frei und der Gewinn aus der Gastronomie wird gespendet.

 

RG / kvr