Kein Recht auf Ausschlafen für Bayerns Schüler bei der Fußball-WM

Bayerns Schüler dürfen nach den Spielen der deutschen Mannschaft bei der Fußballweltmeisterschaft nicht ausschlafen. Stattdessen müssen sie wie immer früh aufstehen.

 

CSU, SPD und Freie Wähler lehnten am Donnerstag im Bildungsausschuss den Antrag der Grünen ab, den Schulen einen späteren Unterrichtsbeginn zu erlauben. Wegen der Zeitverschiebung zwischen Brasilien und Europa werden die WM-Spiele abends und nachts übertragen.

 

CSU und SPD sind sich in Bildungsfragen normalerweise verlässlich uneinig, praktizierten in diesem Punkt aber die große Koalition: «Die Welt braucht diesen Antrag nicht», sagte der Ausschussvorsitzende Martin Güll (SPD).

 

Probleme im ländlichen Bereich

 

Erstens könnten die Schulen das im Sinne der eigenverantwortlichen Schule selbst regeln – und zweitens gebe es viele Busschüler in ländlichen Regionen. «Man kann ja nicht die Busse umlenken», sagte Güll. Die CSU argumentierte ebenso: «Im ländlichen Bereich, wo morgens und nachmittags ein Bus fährt, kann man nicht sagen: Jetzt fangt mal später an», argumentierte der CSU-Abgeordnete Michael Hofmann. «Die Grünen wollten eine schöne Schlagzeile, und die haben sie bekommen.»

 

Die Grünen verteidigen ihr Anliegen

 

Die Grünen verteidigte ihr Anliegen: «Die Schule muss bei besonderen Ereignissen für Jugendliche auch einmal großzügig sein können», sagte der Bildungsexperte Thomas Gehring. «Hierzu braucht es die Ermöglichung durch das Kultusministerium.»
«Ein späterer Unterrichtsbeginn nützt nicht nur den Kindern, sondern auch den Lehrerinnen und Lehrern, die dann nicht vor einer gähnenden Klasse unterrichten müssen.», so Gehring.

 

RG / dpa