Kiew-Stand eröffnet – Reiter sieht keine Bedrohung

Die Freude über die Eröffnung des Kiew Standls steht dem Unmut aufgrund der politischen Situation gegenüber. Am Freitag wurde der ukrainische Stand am Viktualienmarkt offziell durch Oberbürgermeister Dieter Reiter und dem ukrainischen Generalkonsul Vadym Kostiuk eröffnet.

 

Wenn am Viktualienmarkt ein neues Standl aufmacht, passiert das in aller Regel ohne groß Aufsehen zu erregen. Diesmal ist das jedoch anders, denn der neue Marktstand stammt aus der umkämpften Ukraine und sorgt für Angst unter den angestammten Händlern. Seit Montag hat es geöffnet, heute wurde er offiziell. Mit Oberbürgermeister Dieter Reiter und auch dem ukrainische Generalkonsul Vadym Kostiuk.

 

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Dabei hatten die Ost-Europäer bereits im Juli die Freigabe für den Stand von der Polizei erhalten. Dann gelangte der Konflikt mit Russland jedoch mehr und mehr auch nach München. Noch im August wurde ein Grab eines ukrainischen Nationalhelden in München geschändigt. Die Eröffnung wurde aufgeschoben.

 

Polizei optimistisch in Sachen Konfliktpotenzial

 

„Ich habe nicht das Gefühl gehabt, dass es in irgendeiner Weise bedrohlich wird – nicht einmal am Rande“, sagte Reiter gegenüber münchen.tv. „Die Münchnerinnen und Münchner sind freundlich und neugierig.“ Und er macht klar: „Wir als Städtepartner stehen auch dann zu Kiew, wenn die Lage dort äußerst angespannt ist. Die Standleröffnung ist dafür das richtige Signal.“ Es solle auch die Münchner überzeugen. „Die Hoffnungen sind von uns allen gleich“, stellte er noch einmal fest: „Wir wollen hier keine Waffenauseinandersetzungen sehen.“

 

Die Polizei, die ein kleines Aufgebot zur Standeröffnung schickte, ist optimistisch: „Wir haben keine Befürchtung, dass es einen neuen Krisenherd hier geben wird“, sagt der stellvertretende Pressesprecher des Polizeipräsidiums München, Thomas Baumann. „Es ist ein sensibles Thema, aber wir brauchen auch nicht übertreiben.“

 

Münchner im Biervergleich vorne

 

Und auch der ukrainische Generalkonsul Vadym Kostiuk gibt der Polizei recht, zumindest anwesend zu sein und ein Auge darauf zu haben: „Es ist gut, das die Polizei mitspielt, denn wenn sie das nicht tut, sehen wir am Beispiel der Ukrainewas passieren kann.“

 

Das Standl gehört zum Fest-Programms der Stadt mit ihren Partnerstädten: Heuer feiern vier von sieben Bündnisse Jubiläen. Das Band zwischen der Isarmetropole und der ukrainischen Hauptstadt besteht inzwischen seit 25 Jahren. „Kiew und München sind Städte mit ähnlichen Herausforderungen“, sagt Reiter:“Wir wollen voneinander lernen und Projekte vorantreiben.“ Nur in einem sei München der ukrainischen Hauptstadt haushoch überlegen, meint Reiter angesichts des ukrainischen Hopfensafts: „Beim Bier brauchen wir uns keine sorgen zu machen, da sind wir weit vorne.“ Bis zum 12. Oktober kann man das Standl am Viktualienmarkt noch besuchen.

 

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