Kommt ein vierter verkaufsoffener Sonntag?, © Mariensäule am Marienplatz

Kommt ein weiterer verkaufsoffener Sonntag? Gewerkschaften kritisieren Idee

Während des alljährlichen Stadtgründungsfestes soll es nun einen verkaufsoffenen Sonntag geben. Am Dienstag entscheidet der Kreisverwaltungsausschuss über diesen Antrag, der von den Innenstadt-Händlern gestellt wurde. Bereits jetzt üben die Gewerkschaften harsche Kritik an der Idee.

 

 

Bislang gibt es in München nur drei verkaufsoffene Sonntage im Jahr. Sowohl am Faschingssonntag,  als auch am dritten Wiesn-Sonntag und am Tag der Deutschen Einheit kann bislang auch sonntags geshoppt werden – wenn auch nur in bestimmten Läden. Nun möchten die Münchner Geschäftsleute den gesetzlichen Rahmen im vollen Ausmaß nutzen. Denn gesetzlich sind vier verkaufsoffene Sonntage pro Jahr zulässig.

 

Daher berät das KVR am Dienstag über einen entsprechenden Antrag der „City Partner“, dem Verbund der Einzelhandelsunternehmer. Diese möchten einen vierten verkaufsoffenen Sonntag am Tag des jährlichen Stadtgründerfestes einführen. Bislang dürfen die Händler ihre Läden am 14. Juni lediglich zwischen 13 und 18 Uhr aufmachen. Dies gilt aber auch nur für bestimmte Geschäfte, die sich innerhalb des Altstadtrings und vom Stachus bis zum Hauptbahnhof befinden.

 

Kritik von Verdi

 

Doch gerade die Gewerkschaft Verdi steht der Idee kritisch gegenüber und bezeichnet sie sogar als einen „Schuss aus dem Hinterhalt“. Die Gewerkschaft kritisiert vor allem, dass sowohl Dieter Reiter als auch Josef Schmid erst vor Kurzem erklärt haben, dass ein vierter verkaufsoffener Sonntag nicht geplant sei. Auch das Tempo in dem der Antrag nun abgehandelt wird, kritisieren die Gewerkschaften. Die „Allianz für den freien Sonntag München“ befürchtet zudem, dass das Stadtgründerfest damit immer mehr zum Beiwerk für eine rein kommerzielle Veranstaltung werde.

 

Aber Verdi wird sich nicht so leicht geschlagen geben und ruft bereits jetzt die Arbeiter zu einem Streik- und Aktionstag am 22. Mai auf. Beginnen soll dieser um 9.45 Uhr in der Schwanthalerstraße. Die Demonstration soll dann zum Stachus führen, wo um 10.30 eine Kundgebung stattfinden soll, der voraussichtlich 500 Demonstranten angehören werden.

 

Zuspruch aus der Politik

 

Unterstützung für die Idee gibt es dagegen von der Politik.  Sowohl die CSU als auch die SPD sprechen sich für den Vorschlag aus, setzten aber eine Freiwilligkeit der Händler voraus. „Niemand soll gezwungen sein, seine Sonntagsruhe zu opfern“, betont der SPD-Fraktionsvorsitzende Alexander Reissl.

 

„Einen neuen Akzent“ für das Gründerfest sieht Manuel Pretzl, Sprecher der CSU-Fraktion, in dem verkaufsoffenen Sonntag. Die Reaktion von Verdi kann Josef Schmid Verdi daher nicht verstehen. „Die Wortwahl ist in ihrer Aggressivität eher befremdlich“, meint er. „Die Sonntagsöffnung aus Anlass des Stadtgründungstages ist ein Serviceangebot für die Bürger,“ betont Schmid.

 

Der Geschäftsführer von City-Partner München, Wolfgang Fischer, glaubt außerdem, dass die Einrichtung eines verkaufsoffenen Sonntags in dem geplanten Rahmen für München längst überfällig sei: „Wir sind da deutschlandweit hinten dran im Vergleich mit anderen Großstädten“, so Fischer. Vor allem eine Beteiligung aller Branchen ist längst überfällig.

 

Die Bürger werden sich aller Voraussicht nach über den vierten verkaufsoffenen Sonntag freuen. Spätestens nach der ersten Durchführung wird man sehen, wie die Besucher auf das Angebot reagiert haben.