„Landei“ Scharf will Zweifler überzeugen

Seit gestern ist klar: Der ehemalige Umweltminister Marcel Huber übernimmt den Posten in der  Staatskanzlei. In sein Amt wiederum soll nun eine schlüpfen, die zuvor niemand so richtig auf dem Zettel hatte: Ulrike Scharf. Heute trat sie erstmals vor die Presse.

München – Die designierte Umweltministerin Ulrike Scharf (CSU) will parteiinterne und -externe Zweifler an ihrer Eignung für das Ministeramt durch konkretes Handeln überzeugen. Sie brauche «eine gewisse Phase, um die Themen in ihrer Vielfältigkeit aufzunehmen», räumte die 46-Jährige am Donnerstag bei einem Pressetermin in München ein. Sie trete das Amt aber mit großer Leidenschaft an.
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Zudem betonte Scharf mit Blick auf ihre Erfahrungen als Unternehmerin: «Ich meine, dass ich das Rüstzeug mitbringe, um diese große Verantwortung zu übernehmen.» Die Opposition hatte Scharf, die mit Umweltpolitik bisher nichts zu tun hatte, bereits am Mittwoch die nötige Expertise abgesprochen. Auch in Teilen der CSU-Fraktion herrschte Skepsis.

Scharf ist ein  ‚Landei‘

«Ich habe nicht damit gerechnet. Die Überraschung ist natürlich da. Aber ich freue mich unheimlich auf diese neue Aufgabe, auf diese neue Herausforderung», sagte Scharf. Sie räumte ein, dass ihr Vorgänger Marcel Huber «unheimlich große Fußstapfen» hinterlasse. «Das ist mir bewusst – aber ich habe keine Angst, mich einzuarbeiten.» Zugleich kündigte sie einen offenen Dialog mit Fraktionen und Verbänden an.

«Der nachhaltige Umgang mit Ressourcen, die Bewahrung der Schöpfung, die Sicherung unserer Lebensgrundlagen – das ist die Richtschnur, in der ich mich bewegen möchte», sagte Scharf. Über sich selbst sagte sie: «Ich bin wirklich ein naturverbundener Mensch.» Sie sei ein «Landmensch», manchmal bezeichne sie sich auch salopp als «Landei».

dpa/make