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Landwirte kritisieren Geplante EU-Düngeverordnung: Brauchen Kühe künftig Windeln?

Oberbayern / Europa: Aus Protest gegen eine geplante „Düngeverordnung“ der EU-Kommission zieht ein Landwirt seinen Kühen Windeln an. Doch was steckt genau dahinter?

 

Seit Generationen bewirtschaftet die Familie von Milchbauer Johann Huber den „Bergerhof“, wo die Kühe auf den steilen Hängen rund um den Tegernsee grasen. Wenn es nach der EU-Kommission geht, wird sich das bald ändern:

 

Künftig soll für Flächen mit einer Hangneigung von mehr als 15 Prozent ein generelles Düngeverbot gelten.

 

„In Bayern wäre so auf der Hälfte der Weinbauflächen keine Düngung mehr möglich und zehn Prozent der Wiesen und Äcker könnten künftig nicht mehr bewirtschaftet werden“, sagte der oberbayerische Bauernpräsident Anton Kreitmair bei einem Termin auf dem „Bergerhof“.

 

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Warum soll eine Düngeverordnung kommen?

 

Die EU will mit solchen Richtlinien dafür sorgen, dass unsere Umwelt sauber bleibt (Grundwasser, Flüsse, Seen, etc.). In Gülle und Mist ist viel Nitrat enthalten, das in den Boden gelangen kann. Nitrat ist kein tödliches Gift, kann aber bei Säuglingen zu Problemen beim Sauerstofftransport im Blut führen. Auch in Bayern, steigt die Nitrat Belastung in einigen Gebieten laut verschiedenen Berichten an. Es gibt auch Hinweise darauf, dass es Krebs verursachen kann.

 

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Pläne aus Brüssel fernab der Realität

 

Kreitmair fürchtet, dass die geplanten Änderungen massive Auswirkungen für die bayerischen Bauern haben könnten – insbesondere für Bergbauern: „Die natürlichen Hinterlassenschaften der Weidetiere sind Dünger. Die Forderung aus Brüssel hätte also zur Folge, dass Kühe nur noch mit Einschränkungen auf Almwiesen weiden dürften“. Gemeinsam mit Landwirt Johann Huber hat er bereits ausprobiert, was das für die Bauern im Alpenvorland bedeuten könnte: Sie haben zwei von Hubers Kühen Windeln angezogen, um deutlich zu machen, wie praxisfern die Vorschläge aus Brüssel sind.

 

 

Doch die Probleme bei der Umsetzung der EU-Nitratrichtlinie und der geplanten Veränderung der Düngeverordnung sind noch wesentlich weitreichender: Durch die Gesetzesänderung könnten Sperrfristen ausgeweitet, niedrigere Obergrenzen sowie viele weitere Auflagen eingeführt werden. „So wird die Kreislaufwirtschaft auf vielen bayerischen Betrieben ausgehebelt. Das geht gerade zu Lasten der kleineren Betriebe mit Tierhaltung, die das Bild im Voralpenland und den Bergregionen prägen“, sagte Kreitmair. Statt dem Blick in den Kalender müsse bei der Düngung auch in Zukunft die landwirtschaftliche Ausbildung, die Erfahrung der Bauern und nicht zuletzt auch der Nährstoffbedarf maßgeblich sein. Der Bauernverband fordert deshalb praxistaugliche Regelungen, damit die bayerischen Bauern ihre Pflanzen auch künftig standort- und bedarfsgerecht versorgen können.

 

Pm / Pressemeldung Bayerischer Bauernverband

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