Lehrerverband fordert mehr Hilfen bei Integration von Flüchtlingskindern

Um Flüchtlingskinder zu integrieren, sind Schulen ideal: Andere Kinder, geregelte Tagesabläufe und hoch motivierte Pädagogen. So sieht es der Bayerische Lehrerverband. Damit die Eingewöhnung aber wirklich klappt, mahnen die Lehrer bessere Rahmenbedingungen an.

 

Bayerns Lehrer müssen bei der Integration von Flüchtlingskindern nach Ansicht des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbandes (BLLV) stärker unterstützt werden. Bislang sei das Engagement der Pädagogen in dieser Hinsicht noch sehr groß, sagte BLLV-Präsidentin Simone Fleischmann am Montag in München. Es seien aber dringend zusätzliche Mittel und Stellen erforderlich, damit die hohe Bereitschaft und die positive Einstellung nicht kippten. Nach Ansicht Fleischmanns sind die Schulen zentral für die Integration der Kinder und besitzen aufgrund ihrer Erfahrungen eine hohe Kompetenz. Daran solle sich die Politik orientieren.

 

Das bayerische Kultusministerium verwies auf 1079 Planstellen und rund 160 Millionen Euro, die für 2016 im Nachtragshaushalt für den Ausbau des Unterrichts bereitgestellt wurden. Außerdem stünden 10 Millionen Euro zur Verfügung, damit sich Schulen durch Drittkräfte unbürokratisch und flexibel Unterstützung holen könnten, etwa für Sprachkurse, für Dolmetscher oder Projekte zur Förderung der Integration.

 

Die schwierige Aufgabe sei zu schaffen, die Chance dürfe aber nicht verspielt werden, warnte Fleischmann. So müssten sich mehr Lehrer in Deutsch als Fremdsprache fortbilden können. Zentral seien auch multiprofessionelle Teams, in denen Lehrer mit Experten wie Psychologen oder Sozialpädagogen zusammenarbeiten, um jungen Flüchtlingen das Eingewöhnen in den Schulalltag zu erleichtern. Das könne die Lehrkraft einer Regelklasse alleine nicht bewältigen. Gleichzeitig müssten Schulen bei anderen Aufgaben entlastet werden wie Evaluation oder Pflege von Statistiken.

 

mk/dpa