Bayerisches Landeskriminalamt, © Symbolfoto

LKA durchsucht „mehrere Objekte“ nach Drohschreiben, auch in Rosenheim

Sie hatten in Drohschreiben mit Sprengstoffanschlägen gegen Ankerzentren, Moscheen und andere Einrichtungen gedroht. Seit dem frühen Morgen durchsucht die Polizei nun sieben Objekte in Bayern, Baden-Württemberg, Thüringen und Sachsen-Anhalt.

Seit 6.00 Uhr gebe es „Aktionen“ in sieben Objekten in Bayern, Baden-Württemberg, Thüringen und Sachsen-Anhalt, teilten die Generalstaatsanwaltschaft München und das Bayerische Landeskriminalamt am Mittwoch mit. Auf Anfrage von münchen.tv bestätigte ein Sprecher des LKAs, dass es sich bei den Objekten in Bayern um die Landkreise Rosenheim (Oberbayern), Straubing-Bogen (Niederbayern) und Bamberg (Oberfranken) handele.

Nach Angaben des Bayerischen Innenministeriums gibt es derzeit sieben Verdächtige. Sechs der Beschuldigten wurden vorläufig festgenommen und „nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen entlassen. Der siebte Beschuldigte wurde bislang noch nicht angetroffen.“ Wie ein Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft gegenüber münchen.tv bestätigte, wurden verschiedene Speichermedien, darunter Mobiltelefone, sichergestellt und müssen nun ausgewertet werden.

 

23 Drohschreiben im Juli

 

Hintergrund waren 23 Drohschreiben, die in der Zeit vom 8. bis zum 23. Juli 2019 bundesweit an verschiedene Institutionen verschickt worden waren. Betroffen davon waren unter anderem Ankerzentren in Bayern, islamische Zentren, Moscheen, Parteizentralen sowie  Presse- und Medienagenturen. Von denen im Juli versendeten E-Mails gingen auch zwei nach München. Betroffen waren die DITIB-Moschee in Iserlohen und das Islamische Zentrum (münchen.tv berichtete im Juli). Nun werde gegen die Absender vorgegangen.

 

Zentralstelle für Extremismus und Terrorismus ermittelt

 

Unterzeichnet waren die Drohschreiben mit „Volksfront“, „Combat 18“ oder „Blood and Honour“. Die Ermittlungen der Bayerischen Zentralstelle zur Bekämpfung von Extremismus und Terrorismus der Generalsstaatsanwaltschaft München, sowie dem Bayerischen Landeskriminalamt dauern derzeit noch an. Bei dem Einsatz waren insgesamt rund 120 Beamte beteiligt.

Joachim Herrmann teilte mit: „Derartige Drohmails wollen Menschen in Angst und Schrecken versetzen und den gesellschaftlichen Frieden stören.“, der Rechtsstaat werde „mit allen Mitteln“ dagegen vorgehen, so Bayerns Innenminister weiter.

 

 

(sk)