Lufthansa-Streik: 50 Prozent der Flüge gestrichen

Die Piloten bei der Lufthansa verschärfen die Gangart: Am Dienstag weitete die Gewerkschaft Cockpit ihre Streiks auch auf Langstreckenflüge aus. In München streicht die Lufthansa die Hälfte ihrer Verbindungen.

München – Die Lufthansa-Piloten haben ihren Streik auf Langstreckenflüge ausgeweitet und damit auch in München zahlreiche Flugausfälle verursacht. 9 von 20 geplanten Interkontinentalflügen der Lufthansa wurden am Dienstag gestrichen. Auch auf Kurz- und Mittelstrecken fiel etwa die Hälfte der Verbindungen aus. Es habe aber kein Chaos oder besondere Vorkommnisse gegeben, sagte ein Sprecher des Airports. Am Flughafen Nürnberg fallen sechs Lufthansa-Flüge nach Frankfurt aus.

 

Die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) hat ihre Piloten bis kurz vor Mitternacht zu Arbeitsniederlegungen aufgerufen. Auch für Mittwoch hat die Lufthansa allerdings noch Flüge gestrichen.

 

 

 

Wohl keine Flüge von Frankfurt aus

 

Der Arbeitskampf läuft bereits seit April. Cockpit und Lufthansa werfen sich gegenseitig vor, eine Lösung zu blockieren. Größter Streitpunkt ist die sogenannte Übergangsrente: Die Lufthansa will, dass ihre Piloten künftig frühestens mit 60 statt wie bisher mit 55 Jahren in den bezahlten Vorruhestand gehen können. Die Gewerkschaft wehrt sich dagegen.

 

Im gesamten Streikzeitraum waren in München nach Angaben einer Lufthansa-Sprecherin 900 innerdeutsche und innereuropäische Flüge geplant. Mit Unterstützung der Lufthansa-Tochter CityLine und von Piloten, die normalerweise im Lufthansa-Management arbeiten, könne die Hälfte dieser Verbindungen geflogen werden. Am größten Lufthansa-Drehkreuz in Frankfurt wird der Flugverkehr voraussichtlich größtenteils komplett zum Erliegen kommen.

Piloten bekommen derzeit rund 124 000 brutto im Jahr

Im September hatte ein Streik der Lufthansa-Piloten gezielt den Münchner Flughafen getroffen. Damals hatte Europas größte Airline 140 Verbindungen gestrichen, rund 15 000 Passagiere waren damals betroffen.
Als Übergangsversorgung, für die die Piloten kämpfen, bekommen sie in der Zeit bis zur gesetzlichen Rente 60 Prozent ihrer vorherigen Bruttobezüge ohne Zulagen. In der Regel sind das momentan rund 124 000 Euro brutto im Jahr.

 

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