Malteser Hilfsdienst: Wo bleibt das Signal aus dem Sozialministerium?

Mit einem Erst-Hilfe-Kurs fing 1955 alles an. Mittlerweile gibt es den Malteser Hilfsdienst e. V. der Erzdiözese München und Freising seit 60 Jahren. Beim großen Festakt am Freitagabend betonte Innenminister Herrmann, wie wichtig die Arbeit der Ehrenamtlichen, gerade in der aktuellen Flüchtlingskrise sei. Dafür wünschen sich die Malteser aber mehr Unterstützung aus dem Sozialministerium.

 

„Hört bitte nicht auf damit“, so lautete der Appell, den Innenimister Herrmann am Freitagabend beim Festakt zum 60-jährigen Jubiläum an die Malteser richtete. Gemeint hat er damit das schier grenzenlose Engagement, das die Ehrenamtlichen einsetzten. Er lobte ihren Einsatz beim G7-Gipfel, wo sie dafür sorgten, dass die vielen Demonstranten in Garmisch gut versorgt wurden. Doch nicht nur bei solchen Großveranstaltungen sind die Malteser im Einsatz: Erste Hilfe-Ausbildung, Katastrophenschutz, Sanitätsdienst, Jugendarbeit, Auslandsdienst, Besuchs- und Begleitdienste, Psychosozial Notfallversorgung, Malteser Migranten Medizin und Hospizarbeit wie auch ambulante Kinder- und Jugendhospizarbeit. Aber auch Rettungsdienst, Krankentransport, Rückholdienst, Fahrdienste, Hausnotrufdienst, Menüservice, und abulante Pflege werden vom Hilfsdienst übernommen.

 

 

Organisierte Hilfe in der Flüchltingskrise

 

Über 2.000 aktive Mitglieder engagieren sich ehrenatmlich in den verschiedenen Diensten, rund 1.500 Mitarbeiter sind hauptamtlich für die Malteser im Einsatz. „Es ist schön, dass so viele Freiwillige die Flüchtlinge am Münchner Hauptbahnhof in Empfang genommen haben“, erklärte Herrmann am Freitag. Dennoch sei die Organisierte Hilfe, wie sie die Malteser leisten, in der aktuellen Flüchtlingskrise unverzichtbar. Herrmann lies das die Helfer nicht nur durch seine Worte spüren. Stephanie Freifrau von Freyberg lobte das schnelle Handeln des Innenministeriums. „Beim Einsatz unserer Ehrenamtlichen zum G7-Gipfel wurde eine Lohnfortzahlung durch das Ministerium gewährleistet.“ In der aktuellen Flüchlingskrise sei das nicht der Fall. Die Pflicht liege hier beim Sozialministerium. „Unsere Ehrenamtlichen nehmen sich Urlaub, um die Flüchtlinge versorgen zu können. Doch irgendwann werden sie keinen Urlaub mehr haben und dann können Sie auch nicht mehr helfen.“ Der Diözesanleiterin des Malteser Hilfsdienstes e. V. in der Erzdiözese München und Freising fehlt ein klares Signal aus dem Sozialministerium. Sozialministerin Emilia Müller war zu dem Festakt zwar eingeladen, lies sich von Innenminister Herrmann aber entschuldigen.

 

Ankommende Flüchtlinge am Münchner Hauptbahnhof