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Mann attackiert Hochschwangere mit Pfefferspray – Polizei sucht Zeugen

Eine 21-Jährige ist im siebten Monat schwanger und wurde Opfer einer Pfefferspray-Attacke. Der Täter konnte fliehen –  auch weil die Passanten nicht einschritten. Nun ermittelt die Bundespolizei und sucht Zeugen.

 

Am S-Bahnhof Hebertshausen kam es am Mittwoch gegen Viertel vor zwölf wohl zu einer gefährlichen Körperverletzung. Eine 21-jährige Frau aus Eritrea stieg mit ihrem Kinderwagen am Bahnhof aus und telefonierte. Währenddessen lief ihr ein bisher unbekannter Mann hinterher und trat der Frau aus heiterem Himmel gegen die Wade. Obwohl die junge Afrikanerin im siebten Monat schwanger ist, lief sie dem Täter nach und stellte ihn zur Rede.

 

Passantin riet der Frau, dem Täter nicht nachzulaufen

 

Als die Geschädigte den Mann konfrontierte, erntete sie lediglich wüste Beschimpfungen. Völlig uneinsichtig lief der Täter die Treppe hinab und ließ die Frau stehen. Doch die gab sich damit nicht zufrieden. Eine Mitreisende riet der Frau, dem Täter nicht nachzulaufen. Aber nachdem sie sich kurz gesammelt hatte, nahm sie die Verfolgung auf. Und nochmals erkundigte sie sich bei dem Wadentreter nach dessen Motiv. Daraufhin eskalierte die Situation. Der Unbekannte zögerte nicht lange und schlug der jungen Mutter gegen den Oberkörper.

 

Er trug außerdem eine Sprühdose mit Tierabwehrspray bei sich. Diese setzte er wohl unvermittelt gegen die Frau ein. Sie ging zu Boden und er konnte in Richtung der Ortschaft Hebertshausen fliehen. Während sie am Boden lag und um Hilfe rief, gingen mehrere Passanten unbehelligt an ihr vorbei. So berichtete sie es der Polizei. Weder half ihr also jemand auf, noch stellte jemand den Flüchtigen. Lediglich die zuvor erwähnte Mitreisende verständigte die Polizei.

 

Pfefferspray ist eine gefährliche Waffe

 

Die Polizei ermittelt nun wegen gefährlicher Körperverletzung. Dies tut sie immer, wenn bei solchen Delikten Waffen im Spiel sind. Und das Tierabwehrspray, welches der Täter anscheinend mitführte und gegen die 21-Jährige verwendete, ist eine solche Waffe. Das Strafgesetzbuch sieht dafür eine Mindeststrafe von drei Monaten Gefängnis vor. Deshalb bittet die Polizei dringend um Aussagen von Zeugen.

 

Der Tatverdächtige ist circa 1,80 bis 1,90 Meter groß und etwa vierzig Jahre alt. Er hat braune, kurze, an den Seiten grau-melierte Haare und sprach deutsch. Seine Kleidung wurde als dunkel beschrieben und auf dem Rücken trug er einen Rucksack. Wenn Sie etwas über den Vorfall wissen, melden Sie sich bitte bei der Bundespolizei München unter der Telefonnummer 089/515550-111.

 

Zum Schluss die gute Nachricht: Der Frau wird es bald wieder besser gehen. Auch ihr ungeborenes Kind ist wohl unversehrt. Sie wurde in das nächstgelegene Krankenhaus eingeliefert und dort angemessen versorgt. Der Schock bleibt wahrscheinlich trotzdem noch eine Weile.

 

sh