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Mayr, Obermüller, Stoiber – die Eigenheiten bayerischer Nachnamen

Einheimische und Zugezogene kann man häufig am Nachnamen unterscheiden. Eine Gruppe von Wissenschaftlern hat die regionalen Eigenheiten der Namen nun untersucht. Das Bild in Bayern und Franken ist sehr unterschiedlich.

 

Mainz – Ob Huber, Loibl oder Mayr – einige Namen klingen einfach bayerisch. Das Projekt «Digitales Familiennamenwörterbuch Deutschlands» hat die regionale Verbreitung von Nachnamen nun wissenschaftlich erforscht. Das Ergebnis: Der häufigste Nachname in Bayern ist nach Einschätzung von Projektkoordinatorin Rita Heuser «Huber» – in Franken abgelöst von «Müller». Ganz genau sagen kann sie es nicht, denn sie und ihre Kollegen von der Mainzer Akademie der Wissenschaften und der Literatur, der Universität Mainz und der TU Darmstadt haben die Daten nur deutschlandweit ausgewertet. Da ist das Bild eindeutig: Platz 1: Müller, Platz 2: Schmidt und Platz 3: Schneider.

 

«Es gibt einige lautliche Besonderheiten, an denen man Nachnamen aus Bayern erkennt», sagt Heuser. Typisch sei etwa die Auslassung eines Vokals – zu sehen bei Mayr, Vogl oder auch Gmeiner und Gschwend. Außerdem seien Zusammensetzungen mit «-müller» üblich, erläutert Heuser: Obermüller etwa, Bergmüller oder Neumüller. Insbesondere in Franken sei auch Aumüller häufig. Schließlich sei typisch, dass der «eu» gesprochene Umlaut im Freistaat meist als «oi» geschrieben werde. Beispiele: Loibl, Stoiber, Kroiß. Das «oi» werde in anderen Regionen Deutschlands anders gesprochen: Am Niederrhein etwa spreche man den Nachnamen Broich wie «Brooch» aus.

 

Datengrundlage der Namensforscher sind die Telefonbücher Deutschlands von 2005. Warum so alt? «Damals hatte noch fast jeder Haushalt einen Festnetzanschluss», erklärt Heuser. Mit den Telefonbüchern von heute sei eine solche Auswertung nicht mehr zu machen.

 

Dass sich die Nachnamen-Verteilung zwischenzeitlich geändert haben könnte, befürchtet sie nicht. «Die regionalen Nachnamen haben sich seit dem Mittelalter kaum geändert», sagt Heuser. «Ganz viele Namen sind noch da zu finden, wo sie entstanden sind.» Ausnahmen seien lediglich systematische Wanderungen. Ursprünglich schlesische Namen seien etwa heute in ganz Deutschland zu finden.

 

(dpa/lby)