Gscheid Radln – Polizeikontrollen in München

2.600 Fahrradunfälle gab es 2014 in München, ein Anstieg zum Vorjahr um 9 Prozent. Dabei wurden 2.300 Radler verletzt, vier verloren sogar ihr Leben. Deshalb läuft bei der Polizei seit Montag wieder die Schwerpunkt-Aktion „gscheid radln“. Noch bis zum 26. April werden im gesamten Stadtgebiet Kontrollen durchgeführt. Bei denen aber nicht nur Radler im Visier sind. Auch rücksichtslose Fußgänger und Autofahrer werden genauso von der Polizei aus dem Verkehr gezogen und ermahnt oder gar verwarnt.

Die Münchner Polizei bittet stets Folgendes zu beachten:
Insbesondere für Radfahrer
– Fahren Sie zum Schutz vor Schädelbrüchen und Gehirnverletzungen immer mit Fahrradhelm
– Fahren Sie stets nüchtern – bereits ab 0,3 Promille können Sie sich strafbar machen; bereits ab 0,5 Promille ist Ihr Unfallrisiko signifikant höher
– Bleiben Sie an Ampeln mit Rotlicht immer vorbildlich stehen
– Benutzen Sie Radwege immer in der vorgegebenen Richtung
– Zeigen Sie rechtzeitig mit Handzeichen an, wohin Sie fahren möchten
– Fahren Sie nur mit einem verkehrssicheren Fahrrad, vor allem mit funktionierenden Bremsen und vorschriftsmäßiger Beleuchtung
– Fahren Sie rechtzeitig mit Licht, damit sie besser erkannt werden
– Tragen Sie auffällige Kleidung, am besten mit reflektierendem Material
– Denken Sie daran, dass das Handy-Verbot auch für Radfahrer gilt
– Lassen Sie sich nicht durch Musikwiedergabegeräte ablenken
– Fahren Sie vorausschauend
– Radfahrer sind häufig Opfer, aber auch Verursacher
– Als Radfahrer wird man bei einem Unfall sehr schnell sehr schwer verletzt. Trotz der niedrigeren Geschwindigkeit ist das Risiko, bei einem Unfall als Radfahrer ums Leben zu kommen,
doppelt so hoch wie das eines Pkw-Fahrers
– Nehmen Sie Rücksicht, insbesondere auf Kinder, Behinderte und ältere Mitbürger

Insbesondere für Kfz-Führer
– Halten und Parken Sie nicht auf Rad- oder Gehwegen
– Blinken Sie beim Abbiegen immer rechtzeitig
– Achten Sie beim Abbiegen auf Radfahrer und Fußgänger – ein Schulterblick kann Leben retten. Denken Sie dabei auch an den bzw. die „Toten Winkel“
– Gewähren Sie Radfahrern und Fußgängern die vorgeschriebene Vorfahrt bzw. den Vorrang
– Fahren Sie stets vorausschauend und defensiv – Radfahrer und Fußgänger haben keine Knautschzone. Kommt es zum Unfall so sind mit hoher Wahrscheinlichkeit schwere Verletzungen die Folge
– Achten Sie bei ungünstigen Witterungsverhältnissen besonders auf dunkel gekleidete Fußgänger und Radfahrer und passen Sie Ihre Fahrtgeschwindigkeit den Sichtverhältnissen an
– Nehmen Sie Rücksicht, insbesondere auf Kinder, Behinderte und ältere Mitbürger

Insbesondere für Fußgänger
– Überqueren Sie an einer Ampel die Fahrbahn ausschließlich bei für Sie geltendem Grünlicht! Seien Sie damit auch den Kindern ein Vorbild
– Überqueren Sie die Straße nur an gesicherten Überwegen, wie Lichtzeichen-/ Fußgängerampeln, Zebrastreifen, Fußgängerunter- oder -überführungen!
Auch wenn damit ein kleiner Umweg verbunden ist – er kann Ihr Leben retten!
– Wenn Sie, weil es nicht anders möglich ist, an ungesicherten Stellen die Fahrbahn überqueren, wählen Sie eine Stelle, an der Sie gut gesehen werden.
Überprüfen Sie sorgfältig und wiederholt mit dem Kontrollblick nach links und nach rechts, ob ein gefahrloses Überqueren der Fahrbahn möglich ist
– Überqueren Sie die Fahrbahn zügig und auf dem kürzesten Weg! Konzentrieren Sie sich dabei intensiv auf Ihren Weg des Überquerens! Lassen Sie sich nicht
durch Handys oder Musikwiedergabegeräte ablenken und rechnen Sie immer mit der Unaufmerksamkeit der anderen Verkehrsteilnehmer
– Bitten Sie als älterer Verkehrsteilnehmer oder wenn Sie sich wegen eines Handikaps bei der Fahrbahnüberquerung unsicher fühlen, andere Passanten,
Ihnen beim Überqueren der Fahrbahn zu helfen
– Treten Sie nie hinter einem Sichthindernis unvermittelt auf die Fahrbahn
– Benutzen Sie die für Sie vorgeschriebenen Gehwege
– Beachten Sie: die Sicht des Fahrers eines Lastkraftwagens oder Busses auf Fußgänger und Radfahrer ist wegen der “Toten Winkel“ erheblich eingeschränkt.
Das gilt aber nicht nur seitlich, sondern auch hinter dem Fahrzeug und wegen der erhöhten Fahrerkabine auch direkt vor ihm.
– Machen Sie sich sichtbar: Tragen Sie helle, gut sichtbare Kleidung und nutzen Sie Reflektoren, denn „Erkennbarkeit bringt Sicherheit“