Tierschutz in München: Hundeprojekt Schweizer Alm

Der Tierschutzverein München sucht für einige ausgewählte, schwer zu vermittelnde Hunde in einer bundesweit bisher einmaligen Aktion wahre Hundefreunde. Diese sollen den Tierschutzverein und das Tierheim München bei dem Ziel, ein endgültiges und sachkundiges Zuhause für diese Tiere zu finden, tatkräftig unterstützen.

Da das Tierheim der falsche Ort für ein solch aufwendiges Unterfangen ist, werden Hund und Mensch auf eine Alm, inmitten der Schweizer Bergwelt eingeladen. Erfahrene Hundetrainer werden das Projekt vor Ort leiten.

Der Tierschutzverein und das Tierheim München, stehen vor einer großen Herausforderung mit der Aufnahme, Haltung, Pflege und eventueller Weitervermittlung von schwierigen oder auch gefährlichen Hunden. In den meisten Fällen ist die Ursache für das Fehlverhalten der Mensch, sei es durch falsche oder ausbleibende soziale Prägung und Erziehung, das „Scharfmachen“ oder Abrichten, Unkenntnis oder ganz einfach durch falsches Verhalten.

Solche falsch erzogenen, gar nicht erzogenen, rassebedingt für die Wohnungshaltung ungeeigneten, oder einfach traumatisierten Hunde kommen dann aufgrund des Fehlverhalten in ein Tierheim. Hier können meist die Pfleger und  Hundetrainer, nur einen begrenzten Teil der Verhaltensstörungen dauerhaft korrigieren. Zu viele Hunde sind es, und so bleibt zu wenig Zeit für jedes einzelne Tier bei weit über 8000 Tieren, die das Tierheim und der Tierschutzverein München jährlich betreuen und versorgen müssen.

Im Frühsommer dieses Jahres wird daher mit einigen ausgesuchten Hunden, das sogenannte Almprojekt starten.

Dieses Projekt wird in enger Zusammenarbeit mit einem Hundeexperten aus der Schweiz durchgeführt, der sich von einer kurzzeitigen Herausnahme der Hunde aus dem Tierheim, mit dem Ziel der Zusammenführung mit neuen Menschen, viel verspricht und damit auch schon Erfolge gefeiert hat.

Das Almprojekt hat zum Ziel, einerseits in zwei eintägigen „Castings“ hundeaffine Menschen zu finden, die sich zutrauen, unter der Anleitung und Betreuung eines Hundetrainers, einen Hund kennen zu lernen und am Schluss des „Alm-Lehrgangs“ zu sich nach Hause zu nehmen.

Der Tierschutzverein München wird sechs seiner Hunde im Juni mit seinen potentiellen Neubesitzern auf eine Almhütte schicken. Dort, fernab von störendem Lärm, Telefon oder Besucherandrang, werden Mensch und Hund zusammen mit sehr erfahrenen Hundetrainern, vorsichtig und klar aneinander herangeführt. Der Aufenthalt wird 4-5 Tage dauern und während dieser Zeit wird  intensiv an der Bindung Mensch und Hund gearbeitet. Mit einer dauerhaften Einzelbetreuung werden auf kürzeste Zeit, schnelle und überzeugende Fortschritte zu sehen sein. Der Aufenthalt wird vom Tierschutzverein München getragen.  Auch die Kosten für die Betreuung nach dem Almaufenthalt übernimmt der Tierschutzverein. Die Hundetrainer werden monatliche Schulungen im Nachgang anbieten und jederzeit mit Rat und Tat zur Seite stehen.

Wenn Sie diese Fragen mit einem ehrlich gemeintem ‚ja‘ beantworten können, finden Sie alle weiteren Informationen zum Projekt unter www.tierschutzverein-muenchen.de

 

  • Haben Sie umfangreiche Erfahrung mit Hunden?
  • Sind Sie bereit, Neues im Umgang mit Hunden zu lernen?
  • Möchten Sie einem Hund, der ansonsten keine Chance auf Vermittlung hätte, ein neues Zuhause geben?
  • Sind Sie sich dessen bewusst, dass diese Hunde potentiell gefährlich sein können?
  • Sind Sie bereit, mit einem der führenden Hundeexperten in Europa zusammen zu arbeiten, und sich anleiten zu lassen?
  • Haben Sie Zeit und Geduld, diese mehrtägige Reise mit uns und den Hunden anzutreten?
  • Haben Sie das Durchhaltevermögen für eine solche Aktion?

Und hier sind die Kandidaten:

Bella:

Schäferhündin Bella wurde im Mai 2006 geboren. Die schöne Hündin hat typische charakteristische Rassemerkmale. Anfänglich ist Bella bei fremden Personen zurückhaltend, misstrauisch und leider auch attackier freudig. Hat sie erst mal zu einem Menschen Vertrauen gefasst, ist sie eine liebe und anhängliche Begleiterin. Dennoch muss sie stets unter Kontrolle gehalten werden, da sie im Umgang mit fremden Personen und Hunden problematisches Verhalten zeigt. In alltäglichen Situationen muss mit Maulkorb gearbeitet werden.

 

Frodo

Bordercolli – Mischling Frodo wurde im März 2012 geboren und ist kastriert. Im häuslichen Bereich und auch bei Trainingsstunden kam es bereits zu Beißunfällen. Ursachen für sein Verhalten sind beispielsweise Unterforderung oder/und inkonsequente Haltung. Agility, Suchspiele, Radfahren, Wanderungen…alle sportlichen Betätigungen würden Frodo viel Spaß bereiten und eine enge Bindung an seinen neuen Besitzer fördern. Frodo ist eine echte Herausforderung. Hat er aber Vertrauen gefasst und wird ihm eine feste Linie aufgezeigt, ist der Rüde ein toller und treuer Begleiter, der mit seinem Herrchen/Frauchen durch dick und dünn geht.

 

Robby

Robby wurde am 1.10.2006 geboren und gehört der Rasse der australischen Hütehunde an. Daher ist er ein sehr arbeitswilliger und suchender Hund. Aufgrund seines sehr intelligenten Wesens braucht er einen konsequenten Hundeführer, da er sich sonst selber zu viele Freiheiten heraus nimmt. Vor allem das Geben von Futter oder Leckerlies kann bei schwacher Führung zu einem Problem werden, da er dieses gern verteidigt. Der Kontakt mit fremden Personen muss kontrolliert und geübt werden. Mit anderen Hunden ist Robby sehr verträglich.

 

Spiky

Herdenschutzhund-Mischling Spiky wurde im Jahr 2006 geboren und ist kastriert. Rassebedingt ist er sehr wachsam und beschützend. Der Rüde ist durch spezielle Vergesellschaftungsübungen inzwischen gut verträglich. Er braucht jedoch im Vorfeld eine gewisse ‚Kennenlernzeit‘, die vorsichtshalber anfänglich mit Maulkorb stattfinden sollte.

 

Tom

Der bildschöne Akita Inu Rüde Tom wurde am 7.11.2011 geboren. Er wurde wegen Überforderung und schmerzhaften Attacken gegenüber dem Besitzer bei uns abgegeben. Tom ist ein typischer Vertreter seiner Rasse, denn der Akita ist ein intelligenter, ruhiger, robuster, starker Hund, der ein ausgeprägtes Jagd- und Schutzverhalten zeigt. Akitas sind eigenständige und selbstbewusste Hunde, die sich nur  ‚Kennerhänden‘ unterwerfen. Tom ist zudem sehr sportlich und sollte körperlich, wie auch geistig, ausgelastet werden.