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Mehr Energieeffizienz in den eigenen vier Wänden – so geht’s

Wer in München lebt, hat ein besonderes Verhältnis zu seiner Stadt. Auf der einen Seite die Weltoffenheit und ein Hauch Dolce Vita. Auf der anderen Seite Probleme, wie ein angespannter Immobilienmarkt. In den letzten Jahren sind die Mieten und Preise für Immobilien gestiegen. Eine Entwicklung, die anhält. Zuletzt stiegen die Mieten immer weiter, wie eine ZDF-Auswertung sehr eindrucksvoll zeigt. Was tun gegen eine solche Entwicklung? Viele Mieter haben erstmal keine Chance, die Miete nach unten zu drücken. Im Gegenteil: Da München auf der einen Seite mit einem besonderen Lebensgefühl Punkte sammelt, auf der anderen sich durch die boomende Wirtschaft ein Sogeffekt entwickelt, wird die Konkurrenz am Wohnungsmarkt anhalten.

 

Sind Betroffenen komplett die Hände gebunden? Um den Rotstift anzusetzen, bietet sich der Blick auf die Nebenkosten an. Auch diese haben in den letzten Jahren deutlich angezogen. Beispiel Strom: Hier belegen Zahlen des Statistischen Bundesamts, wie stark Haushalte in den letzten 10 Jahren unter Druck geraten sind. Zwischen 2008 und 2018 stieg der Preis je kWh um acht Cent. Bei einem Verbrauch von 3.000 kWh im Jahr ergibt dies rechnerisch einen Unterschied von 240 Euro. Und es geht hier nur um Strom. Bei den Kosten für Warmwasser und Heizung müssen Münchener Haushalte ebenfalls tiefer in die Tasche greifen. Bedeutet: Wo Energie gespart wird, bleibt mehr Geld in der Haushaltskasse.

 

Das Potenzial einer energetischen Sanierung nutzen

Energieeffizienz heißt für viele immer noch, das Verhalten ändern zu müssen. Komplett lässt sich diese Sichtweise nicht von der Hand weisen. Aber: Energieeffizienz hat mehrere Facetten. Zu den wichtigen Punkten gehört, Wärmeverluste (Transmissionswärme) zu reduzieren. Letztere entsteht aufgrund physikalischer Prozesse: Wärmeenergie fließt vom warmen Körper in Richtung des Temperaturgradienten.

 

© Es gibt viele Möglichkeiten, die Energieeffizienz in den eigenen vier Wänden zu steigern um Geld zu sparen. Quelle: @ Brilliant Eye – 93678799 / Fotolia.com

 

Dieser Wärmefluss lässt sich überbrücken – mit einer geeigneten Dämmung. Was kann hier verbessert werden?

 

1. Dachdämmung modernisieren

Über das Dach kann eine erhebliche Wärmemenge verlorengehen. Gerade Immobilien mit einem Baujahr vor den 2010er Jahren würden heute so nicht mehr gebaut werden. Die Dämmung kann – je nach Situation – recht unkompliziert erfolgen. Teils funktioniert das Ganze auch in Selbstmontage. Voraussetzung ist, dass das Dach leicht zugänglich ist. Für ein ausgebautes Dachgeschoss ist das Ganze natürlich schwierig.

 

2.Fenster austauschen

Glasflächen leiten Wärme anders als Mauerwerk. Speziell ältere Fenster entsprechen nicht mehr den modernen Anforderungen an Energieeffizienz. Hier bietet es sich durchaus an, den Austausch der Fenster in Erwägung zu ziehen. Ähnliche Aussagen gelten für die:

  1. Haustür
  2. Kellertür
  3. Balkon- und Terrassentür.

 

3.Fassadendämmung

Hinsichtlich der Vorschriften für Neubauten hat sich mit der EnEV viel verändert. Immobilien im Bestand profitieren davon, die Fassade hinsichtlich der Energieeffizienz nachrüsten zu lassen. Das Ganze kann auf unterschiedlichen Wegen erfolgen. Gängig ist zwar die Außendämmung. Gerade im Denkmalbereich bietet sich aber auch eine Innendämmung an. Achtung: Für die Auswahl der Dämmmaterialien müssen – vor dem Hintergrund aktueller Debatten – spezielle Anforderungen an den Brandschutz erfüllt sein.

 

Energetische Sanierungen gehen über die angesprochenen Themen weit hinaus. Ein sehr wichtiger Aspekt ist die Frage, ob eine moderne Heizung sinnvoll ist. Sofern die Anlage bereits über 25 Jahre alt ist, kann sicher darüber nachgedacht werden.

 

Heute bietet sich der Griff zu Gasthermen oder erneuerbaren Energien an. Für die Heizung stehen:

  • Solarthermie
  • Geothermie
  • Festbrennstoffe (Holz)

 

zur Auswahl. Tipp: Der Austausch einer alten Heizung gegen neue energieeffiziente Systeme wird vom Bund bzw. den Ländern mit günstigen Darlehen und Zuschüssen gefördert.

 

Energieeffiziente Geräte in den eigenen vier Wänden nutzen

 

Alle bisher genannten Maßnahmen haben einen wichtigen Schönheitsfehler: Sie eignen sich nur für Eigentümer, die in ihren vier Wänden wohnen oder ihre Mietshäuser modernisieren. Mieter können weder selbst anfangen, das Dach zu dämmen noch eine neue Heizungsanlage einbauen. Und wenn Vermieter energetisch sanieren, macht sich dies im Regelfall bei der Miete bemerkbar.

 

Hat der Mieter am Ende immer das Nachsehen? Effizienz und Kosten sparen fokussiert sich hier in erster Linie auf den Verbrauch. Bedeutet, dass Mieter (wie übrigens auch Eigentümer) den Verbrauch der Haushaltsgeräte im Blick behalten müssen. Einfaches Beispiel: Ein 10 Jahre altes TV Gerät verbraucht pro Stunde circa 275 Watt. Neue Geräte kommen oft mit rund 105 Watt aus.

 

Ein echter Stromfresser sind Klimaanlagen. Besonders jene Modelle, die nicht nach dem Split-Prinzip arbeiten, erreichen oft eine Effizienz, die mit dem Nutzen nicht in Einklang steht. Hier wäre durchaus darüber nachzudenken, auf andere Lösungen wie zum Beispiel einen Deckenventilator umzusteigen. Das Energiesparpotenzial ist dabei enorm, zumal die Ventilatoren im Sommer als Klimahilfe und im Winter durch den Laufrichtungswechsel Heizkosten sparen können.

 

Der Austausch von Stromfressern gegen energieeffiziente Geräte lässt sich auf so gut wie alle Bereiche des Haushalts ausdehnen. Unter anderem gehören dazu:

 

  • Waschmaschine
  • Trockner
  • Herd
  • Kühlschrank und Gefrierschrank.

 

Aber auch Kleingeräte wie die Kaffeemaschine und die Mikrowelle sind hier zu überdenken.

 

Das Verhalten verändern

 

Einfach stromsparende Geräte kaufen – und alles kann so bleiben wie es ist. Wer wirklich etwas ändern will, muss auch das eigene Verhalten hinterfragen. Es gibt sicher viele Momente, in denen mit ein wenig Weitsicht das eine oder andere Watt eingespart werden kann. Beispiel: Statt im Sommer die Wäsche auf hoher Stufe zu schleudern, kann sogar komplett darauf verzichtet werden. Die Wäsche trocknet in der Sonne.

 

Im Winter ist der Schleudergang auf der anderen Seite Pflicht. Hintergrund: Je besser geschleudert wird, umso weniger muss der Trockner Arbeit bewältigen. Die Liste lässt sich um noch einige Punkte wie:

 

  1. Kochen mit Topf und Deckel
  2. Kochgeschirr passend auswählen
  3. Kühlschrank richtig einräumen
  4. Stand-by-Modus ausschalten

erweitern.

 

Ungenutzt bleibt oft auch das Potenzial von Smart Home Steuerungen. Mit deren Hilfe ist eine auf das Grad genaue Steuerung der Raumtemperatur möglich. Idealerweise lässt sich damit im Winter die Wohnung genau dann auf die richtige Temperatur bringen, wenn es nötig ist. Die Heizung läuft also nicht den ganzen Tag – nur um an Abend eine Wohlfühlwärme abgeben zu können.

 

Welches Sparpotenzial ist durch mehr Energieeffizienz insgesamt möglich?

 

Individuelle Rahmenbedingungen machen pauschale Aussagen unmöglich. Ein Haushalt, der in einem ausgezeichnet gedämmten Haus wohnt und bereits einige Aspekte im Verbrauchsverhalten berücksichtig, wird weniger sparen als absolute „Sparanfänger“.

 

Aber: Es sind in jedem Fall einige hundert Euro Einsparung – sowohl beim Strom als auch bei der Heizenergie – möglich. Wichtig ist nur, mit den einzelnen Maßnahmen anzufangen. Gerade im Haushalt selbst kann der Startschuss sofort fallen. Für die Modernisierung braucht es eine etwas umfangreichere Vorlaufzeit.

 

© Mit den richtigen Maßnahmen lässt sich der Umwelt und dem eigenen Geldbeutel helfen – eine Win-Win-Situation. Quelle: @ weixx - 138430064 / Fotolia.com

 

Fazit: Energieeffizienz spart Strom und Kosten

 

Münchener Haushalte werden auch 2018 wieder Post vom Energieversorger bekommen. Für einige Familien gibt es eine Gutschrift, viele andere Haushalte müssen Nachzahlungen stemmen. Eine Situation, die ärgerlich ist. Steigende Mieten und Strompreise machen die Wohnung teuer. Mieter können aber aktiv dagegen vorgehen – indem sie die Energieeffizienz ihrer Haushaltsgeräte im Blick haben. Und Eigentümer ziehen noch ganz andere Register. Gerade in den letzten Jahren sind die Themen Dämmung und Heizungsmodernisierung in den Fokus gerückt. Mit neuen Fenstern oder einem gedämmten Dach lässt sich der Energieverbrauch deutlich senken. Ein Aspekt, den am Ende auch der Geldbeutel zu spüren bekommt. Wichtig ist nur, sich endlich mit diesem Themenkreis auseinanderzusetzen. Maßnahmen lassen sich teils sofort in die Tat umsetzen.