Demo der Milchbauern, © Seit Jahren bedroht der schlechte Milchpreis die Existenz der heimischen Bauern.

Milchbauern am Limit – Milchpreis teils bei unter 20 Cent

München  – Der Bundesverband Deutscher Milchviehhalter (BDM) hat Bundesagrarminister Christian Schmidt (CSU) Untätigkeit in der Milchpreiskrise vorgeworfen. Unterdessen sinkt der Milchpreis weiter.

 

Schon seit Jahren kann man in der Landwirtschaft von einer regelrechten Milchkrise sprechen. Immer wieder demonstrieren auch in Bayern hunderte Landwirte und versuchen auf Ihre missliche Lage aufmerksam zu machen. Doch wirklich jucken scheint das offenbar niemanden. Der Milchpreis ist nämlich in vielen Teilen Deutschlands so extrem niedrig, dass die Milchproduktion eigentlich ein Minusgeschäft ist und die Bauern laufend in ihrer Existenz bedroht werden. Der Bundesverband Deutscher Milchviehalter wirft dem Bundesagrarminister Christian Schmidt (CSU) nun Untätigkeit vor.

 

Schmidts Plan, den Milchbauern Steuererleichterungen oder Kreditbürgschaften zu gewähren, «halten wir für völligen Quatsch. Das verpufft», sagte der BDM-Vorsitzende Romuald Schaber der Deutschen Presse-Agentur. Ursache des Problems sei die Überproduktion nach Abschaffung der Milchquote in der Europäischen Union.

 

Die Molkereien zahlten den Bauern heute pro Liter Milch zwischen 17 Cent in Norddeutschland und 29 Cent in Bayern, sagte Schaber. «Der Durchschnitt liegt bei 23, 24 Cent, bei Kosten von 45 Cent! Wir zahlen gnadenlos drauf!» Viele Bauernhöfe verschuldeten sich gefährlich, sagte Schaber.

 

Die Bundesregierung müsse die Bauern mit finanziellen Anreizen dazu bewegen, weniger Milch zu erzeugen. «Wir fordern 30 Cent für jeden nicht produzierten Liter», sagte Schaber. Nur so sei das Mengenproblem zu lösen. Aber Bundesminister Schmidt folge dem einstimmigen Votum seiner Länderkollegen nicht. Nach Schabers Angaben vertritt der BDM rund 20 000 der 70 000 deutschen Milchbauern.

 

Video einer Demo im vergangenen Jahr in München:

 

 

 

dpa/pm