Mit über 200 kmh: Wilde Verfolgungsjagd endet mit Unfall und Festnahme

Ein rabiater BMW-Fahrer hat sich am Wochenende eine wilde Verfolgungsjagd mit der Polizei geliefert. Der Mann crashte absichtlich durch eine provisorische Straßensperre und wehrte sich massiv gegen die Beamten. Die Verfolgungsjagd ging über mehrere Autobahnen. 

 

 

 

—Polizeibericht—

Am Samstag, (06.09.2014, gegen 21.10 Uhr), erhielt eine Streifenwagenbesatzung des Polizeipräsidiums Oberbayern Nord den Auftrag zu einem Einsatz auf der Bundesautobahn A96 zu fahren. Während der Anfahrt zu diesem Einsatz wurden die Beamten zwischen den Anschlussstellen Schöffelding und Landsberg Ost durch den Fahrer eines vorausfahrenden BMW 530d fortlaufend ausgebremst und am Überholen gehindert.

 

Die gefahrene Geschwindigkeit des BMW-Fahrers sowie des Dienstfahrzeugs der Beamten betrug zu diesem Zeitpunkt ca. 200 km/h. Aufgrund der Fahrweise des BMW-Fahrers entschlossen sich die Beamten, diesen anzuhalten und zu kontrollieren. Der Fahrer des BMW, ein 36jähriger türkischer Arbeiter aus München, leistete den Anhaltesignalen keine Folge, sondern setzte seine Fahrt fort.

 

An der Anschlussstelle Buchlohe Ost fuhr der 36Jährige von der Autobahn ab, wendete am Ende der Abfahrt trotz eines entsprechenden Verbots und fuhr wieder auf die Autobahn in Richtung Lindau auf. Seine Flucht setzte sich fort, bis er an der Anschlussstelle Mindelheim erneut die Bundesautobahn verließ. Am Ende der Abfahrt bog er nach links ab, überquerte auf der Bundesstraße 16 die Autobahn und bog anschließend erneut nach links ab, um wieder auf die Autobahn in Richtung München aufzufahren. Hierbei befuhr er auf ca. 500 Metern den baulich nicht getrennten linken Fahrstreifen.

 

Mehrere entgegenkommende Fahrzeuge mussten anhalten und ausweichen, um eine Kollision zu vermeiden. Der BMW-Fahrer setzte nun seine Flucht auf der A96 in Richtung München fort. Dabei war er zum Teil mit bis zu 210 km/h unterwegs, wobei in Streckenabschnitten teilweise die Geschwindigkeit auf 120 km/h beschränkt war.

 

Gegen 22.00 Uhr fuhr der 36Jährige am Autobahndreieck München Süd-West auf die A99 auf, verließ die Autobahn bei der ersten Ausfahrt Freiham-Mitte und fuhr am Ende der Ausfahrt über eine für ihn Rotlicht zeigende Ampel. Anschließend wendete er und fuhr erneut auf die Autobahn auf.

 

Im Bereich der Auffahrt zur A99 hatten sich unterdessen Polizeibeamte mit zwei uniformierten Streifenwägen quer auf die Fahrbahn gestellt, um die Weiterfahrt des BMW-Fahrers zu unterbinden. An beiden Fahrzeugen war das Blaulicht eingeschaltet.

Der Mann fuhr jedoch absichtlich in die querstehenden Fahrzeuge, um sich so die Weiterfahrt zu erzwingen. Durch den Zusammenstoß des BMW mit den beiden Polizeifahrzeugen wurden die Dienstfahrzeuge nach links zur Seite geschleudert.

 

© Symbolbild (Foto: Polizei)

 

Durch die Kollisionen war auch der BMW des 36Jährigen so schwer beschädigt worden, dass eine Weiterfahrt nun nicht mehr möglich war. Sobald der Pkw wenige Meter weiter zum Stillstand gekommen war, wurden der Fahrer sowie seine beiden Mitfahrer, ein 34jähriger Türke aus München, und eine 57jährige türkische Hausfrau aus München, durch die Beamten vorläufig festgenommen.

 

Durch die Kollision zogen sich zwei Beamte leichte Verletzungen zu und mussten mit einem Rettungswagen in nahe gelegene Krankenhäuser zu einer ambulanten Behandlung gebracht werden. Die beiden anderen Polizeibeamten bleiben unverletzt. Sowohl der unfallverursachende BMW als auch die beiden Polizeifahrzeuge wurden total beschädigt und mussten abgeschleppt werden.

 

Der 36Jährige widersetzte sich seiner Festnahme mit Gewalt, so dass dieser durch mehrere Beamte fixiert und gefesselt werden musste. Anschließend wurde er zu einem Polizeifahrzeug gebracht, in welchem er erneut Widerstand leistete. Durch diese Widerstandshandlungen wurden zwei weitere Beamte leicht verletzt.

 

Zur Unfallaufnahme und zur Räumung der Unfallstelle musste die Zufahrt zu der Bodenseestraße auf die Autobahn A99 für die Dauer von drei Stunden komplett gesperrt werden, der Verkehr wurde abgeleitet.

 

Die Gründe der Flucht des BMW-Fahrers sind derzeit noch nicht bekannt. Hier bedarf es weiter umfangreicher Ermittlungen. Der 36Jährige wird mit diversen Strafanzeigen rechen müssen.