Motorrad-Saison 2016: Darauf sollten Sie laut Polizei und Johanniter achten

Das wärmer werdende Wetter lädt die Biker zu ersten Frühjahrstouren ein. Die Münchner Verkehrspolizei gibt deshalb eine Reihe an Sicherheitsempfehlungen:

 

 

Damit Motorradfahrer das Biken auch unbeschwert und unbeschadet genießen können, sollten sie schon vor dem ersten Start nicht nur ihre Maschine, sondern auch sich selbst saisontauglich machen. •

 

Zustand der Maschine: Das heißt, dass das Motorrad vor dem Start gründlich durchgecheckt werden muss. Reifendruck, Ölstand, aber auch Bremse, Lenkung sowie Motor sollten genau überprüft werden.

 

 

Fitness des Bikers: Ist das Zweirad fit, geht es an die eigene Fitness. Denn wer während der langen Winterpause monatelang nicht auf einem Zweirad gesessen hat, sollte sich erst einmal langsam einfahren und Mensch und Maschine wieder aneinander gewöhnen! Man sollte sich ganz behutsam wieder mit der Maschine vertraut machen, zum Beispiel mit leichten Bremsübungen oder Kurvenfahren auf einem Parkplatz oder Übungsgelände. Zu Anfang der Saison darf die eigene Kondition nicht überschätzt werden, man sollte lieber mit kurzen Ausfahrten auf bekannten Strecken beginnen. •

 

 

Straßenverhältnisse im Frühjahr: Die Straßenverhältnisse selbst spielen immer auch eine große Rolle. Aufgrund der im Frühjahr herrschenden niedrigeren Außentemperaturen erreichen die Reifen nicht die optimale Haftung. Oft liegt auch noch Rollsplitt auf der Fahrbahn. Die Geschwindigkeit und das Kurvenverhalten müssen deshalb diesen speziellen Gegebenheiten angepasst werden. 

 

 

Autofahrer:  Auch die Autofahrer müssen sich im Frühjahr erst wieder an die Zweiradfahrer „gewöhnen“. Die Geschwindigkeiten der Motorradfahrer werden oftmals falsch eingeschätzt. Radfahrer und Motorradfahrer werden aufgrund ihrer schmalen Silhouetten häufig übersehen.

 

Partnerschaftliches Verhalten:  Vorausschauendes und defensives Fahren kann lebensrettend sein. Bei unklarer Verkehrslage muss deshalb die Geschwindigkeit vermindert und die Bremsbereitschaft erhöht werden!   Das gilt vor allem in Hinblick auf Gefahrensituationen: man sollte ein gesundes Misstrauen pflegen. Der Fahrer sollte immer damit rechnen, dass andere Verkehrsteilnehmer Fehler machen. Nur dann kann er im Ernstfall angemessen reagieren. Durch vorausschauendes Fahren kann man in vielen Fällen Konfliktsituationen rechtzeitig erkennen und ausschalten.

 

Die Münchner Verkehrspolizei bittet deshalb Motorradfahrer und Pkw-Fahrer um gegenseitige Rücksichtnahme und wünscht Ihnen eine gute und unfallfreie Fahrt.

 

Ein tragischer Verkehrsunfall kostet einen Motorradfahrer sein Leben, © Symbolfoto

 

Viele wissen es nicht: Helm muss nach einem Unfall immer abgenommen werden

 

Temperaturen im zweistelligen Bereich und jede Menge Sonne locken wieder Motorradfahrer auf Bayerns Straßen. Gerade zum Start der Motorradsaison ereignen sich immer wieder schwere Unfälle

 

Dass man nach einem Unfall den Helm nicht abnehmen soll, ist ein lebensgefährlicher Irrglaube, der sich in den Köpfen vieler Verkehrsteilnehmer festgesetzt hat. Diesen will die Motorradstaffel der Johanniter aus München und dem südöstlichen Oberbayern nun endgültig aus der Welt schaffen.

 

„Der Helm muss runter, sobald ein Motorradfahrer nach einem Sturz bewusstlos ist“, erklärt Wolfgang Baumüller, Rettungsassistent und ehrenamtlicher Leiter der Johanniter-Motorradstaffel im Regionalverband München. „Nur so können die Ersthelfer die Atmung prüfen und gewährleisten, dass der Verletzte nicht an Erbrochenem oder seinem eigenen Blut erstickt.“

 

Und so geht es: Nachdem die Unfallstelle abgesichert wurde, greift ein Helfer in den geöffneten Helm, spreizt ihn seitlich und zieht ihn vorsichtig über Nase und Ohren vom Kopf ab. Ist eine weitere Person am Unfallort, sollte sie assistieren, indem sie Hals und Kopf waagerecht hält. Atmet der Verunglückte, sollte er in die stabile Seitenlage gebracht werden, auch wenn er an der Wirbelsäule verletzt sein könnte. Dann wird der Notruf 112 gewählt.

 

Ist keine Atmung feststellbar, sofort mit der Herz-Lungen-Wiederbelebung beginnen. Wer so handelt, rettet möglicherweise nicht nur Leben, sondern unternimmt auch alles, was das Gesetz von Zeugen eines Unfalls verlangt. Da jeder unverhofft in die Lage kommen kann, bei einem Unfall helfen zu müssen, empfehlen die Johanniter alle zwei Jahre die Erste-Hilfe-Kenntnisse aufzufrischen. Die nächsten Kurse findet man unter www.johanniter.de/muenchen. Telefonische Auskunft gibt es unter 089 72011-33.