München: BMW rechnet mit baldiger Einigung über Einsparungen

Noch wird über die geplanten Arbeitskosten-Einsparungen bei BMW in München verhandelt, aber der Autobauer ist zuversichtlich, dass bald ein Kompromiss gefunden wird. Die Gewerkschaft pocht unter anderem auf  Investitionszusagen.

 

Bei den Verhandlungen mit Arbeitnehmervertretern über geplante Arbeitskosten-Einsparungen rechnet der Autobauer BMW mit einer baldigen Einigung für das Werk München. Nach Berichten des „Münchner Merkur“ war insgesamt für alle deutschen Standorte eine Größenordnung von jährlich 100 Millionen Euro ab kommendem Jahr im Gespräch. Zu der Summe oder weiteren Einzelheiten wollte sich der Autohersteller auch am Freitag nicht äußern. Ein Unternehmenssprecher bestätigte aber eine Einigung für das weltgrößte BMW-Werk in Dingolfing.

 

Eichiner: „Müssen Effizienz verbessern“

Der „Münchner Merkur“ hatte am Vortag berichtet, dass demnach beispielsweise nur noch ein Teil der Brotzeitpausen in Dingolfing bezahlt wird. Laut IG Metall geht es auch bei den Verhandlungen für den Standort München um Einschränkungen bei diesen Pausen sowie um Investitionen wie beispielsweise in das Presswerk oder in die Lackiererei.
BMW-Finanzvorstand Friedrich Eichiner hatte die geplanten Einsparungen kürzlich in einem „Handelsblatt“-Interview verteidigt: „Vorausschauendes Management heißt rechtzeitig gegensteuern“, erklärte der Manager darin. „Natürlich ist es schwierig, einen Rekordgewinn anzukündigen und gleichzeitig zu erklären, dass wir weiterhin an unsere Effizienz arbeiten müssen“, räumte er zugleich ein. Gewinne von heute resultierten aber aus „Entscheidungen von gestern, das lässt sich nicht einfach linear fortschreiben“. Auf die Frage nach dem Einsparvolumen erklärte Eichiner, es gehe darum, den Kostenanstieg zu dämpfen. Daran arbeite man intensiv und „in konstruktiver Diskussion mit unseren Mitarbeitern“.

Geplant sind 16 neue Modelle – noch 2014

Die IG Metall wiederum berichtete von einer heftigen Auseinandersetzung in einer Betriebsversammlung. Die Belegschaft stehe hinter der Haltung des Betriebsrates, „dass keine Zugeständnisse gemacht werden, falls es keine belastbaren Investitionszusagen gibt, um den Standort München fit für die Zukunft zu machen“, hieß es bei der IG Metall.
Hinter den geplanten Einsparungen steht die Frage nach der Wirtschaftlichkeit einzelner Standorte, die auch bei der Vergabe neuer Modelle eine Rolle spielt. Alleine in diesem Jahr plant der weiß-blaue Autobauer 16 neue Modelle. Im vergangenen Jahr entfielen über eine Million Fahrzeuge und damit mehr als die Hälfte der Gesamtproduktion von BMW auf die vier deutschen Fahrzeugwerke des Unternehmens.

dpa/make